Armut in unserer Gesellschaft lindern

Stolberger Tafel feiert Jubiläum : Armut in unserer Gesellschaft lindern

Stolberger Tafel unterstützt nun schon seit 20 Jahren „Eine Stolberger Erfolgsgeschichte“, so Bürgermeister Patrick Haas, hatte eingeladen – und viele, viele Menschen kamen: Mitarbeiter, Ehemalige und andere Menschen, in deren Lebensgeschichte sich die Stolberger Tafel auf die eine oder andere Weise eingeschrieben hat, feierten am Sonntag im Museum Zinkhütter Hof das 20-jährige Bestehen der Organisation.

Städteregionsrat Tim Grüttemeier, Patrick Haas, sein Nachfolger im Amt des Ratshauschefs, und Hildegard Nießen, die Ehrenamtsbeauftragte der Stadt: Sie alle statteten der Tafel-Vorsitzenden Gisela Becker-Bonaventura sowie ihren zahlreichen Mitstreiterinnnen und Mitstreitern ein herzliches und sehr persönliches Dankeschön ab.

Diesen Mitstreitern galt im Übrigen auch das große Dankeschön derVorsitzenden: „Sie alle sind die Stolberger Tafel“, rief ihnen Gisela Becker-Bonaventura zu. Es sei „ein Netzwerk aus vielen verschiedenen Menschen“, das sich da zusammengefunden habe – im Dienste der Armen, die sich bei der Tafel in der Eschweilerstraße ihr täglich‘ Brot und noch viel mehr holen. Drei Menschen seien zur ersten Öffnung anno 1999 gekommen. Heute sind es rund 2000 Kunden, wie der Bürgermeister vorrechnete. 476 davon sind nach Angaben der Chefin Kinder.

Von der gesellschaftlichen Rolle der Stolberger Tafel entwarf Gisela Becker-Bonaventura ein klares Bild: „Wir lindern die Folgen der Armut in einer reichen Gesellschaft.“ Energiequelle dafür sei das Miteinander der Frauen und Männer, die der Arbeit des Vereins auf Stolberger Ebene Gestalt geben: „Wir engagieren uns gemeinsam und das macht uns stark.“

Vorsitzende Gisela Becker-Bonaventura entwarf ein klares Bild. Foto: Christoph Hahn

Doch das Geburtstagsfest der Leute, die ihren Mitbürgern in fast wortwörtlichem Sinn den Tisch decken, war nicht ein Fest der wohlgesetzten Worte. Moderiert von Sonja Essers, Redakteurin dieser Zeitung, gab es auf der Bühne im Zinkhütter Hof viele Dinge, die vor allem das Herz satt machen – die junge Pianistin Nisrine Bourkia mit feinfühligen Interpretationen wichtiger Klavierwerke von Beethoven und Mozart, die Männer des Chores „Fortissimo Euregio“ unter Leitung von Ludwig Pitz mit mächtigem Gesang und die Körperkunst der Junioren aus der Akrobatikgruppe des Turnvereins Oberforstbach – sie alle gaben, jeweils für sich, dem Fest im Museum eine zutiefst immaterielle Note.

Inhaltliche Betrachtungen gab es über die Worte der Vorsitzenden hinaus noch mehr. Städteregionsrat Grüttemeier erinnerte an die Rolle der Tafel bei der Verteilung und Zusammenstellung von Weihnachtspaketen und bei der „Aktion Helfende Hände“. Das Dankeschön des ehemaligen Bürgermeisters: „Herzlichen Dank dafür, dass Sie Verantwortung an einer Stelle übernehmen, wo Politik und Gesellschaft gefordert sind.“

Und Hildegard Nießen drückte ebenso kurz und bündig wie ergreifend aus, warum ihr die Leute von der Tafel wichtig sind und wie sehr sie sie schätzt: „Sie sind in den Herzen der Stolberger tief verwurzelt“, bescheinigte sie ihren Zuhörern im Saal.

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