Stolberg: Arbeiten am Seniorenzentrum: Einigen Bewohnern wurde Lebensqualität genommen

Stolberg : Arbeiten am Seniorenzentrum: Einigen Bewohnern wurde Lebensqualität genommen

Ganz genau sieben Wochen sind es seit diesem Montag. Seitdem steht das Gerüst vor dem Seniorenzentrum am Amselweg und ist mit undurchsichtigen Planen versehen. An der Seite des Gebäudes kann man bereits einen Blick darauf erhaschen, wie es nach den Arbeiten einmal aussehen wird.

Nachdem der brüchige Beton saniert ist, setzen Maler das Gebäude mit Erdtönen in Szene. Ein Anblick bei dem man einfach gute Laune bekommen muss.

Den Bewohnern der Einrichtung ist diese in den vergangenen Wochen allerdings vergangen. Einige von ihnen haben sich nun an unsere Zeitung gewandt und berichten davon, dass sie seit dem 9. April im Dunkeln leben. Die Plane, die das Gerüst umgibt, sorgt nämlich dafür, dass kein Sonnenstrahl ins Innere des Gebäudes dringt. Ein Zustand, unter dem einige Bewohner leiden, sagen sie.

Man habe ihnen Licht, Luft und Sonne weggenommen und damit auch ein Stück Lebensqualität. Auch eine Nutzung der Balkone sei nicht möglich. Was die Senioren besonders ärgert? Die gesamte Front sei mit einer Plane verkleidet worden und das, obwohl nur im ersten Abschnitt gearbeitet worden sei. Mittlerweile ginge es mit den Arbeiten weiter voran. Die Frage sei nur, wie lange. Schließlich werde weder an Brückentagen noch bei schlechtem Wetter gearbeitet, berichten die Bewohner, die sich fragen, wie lange die Arbeiten noch andauern werden.

Bereits im Oktober des vergangenen Jahren wurde an der nördlichen Fassade der Einrichtung das Gerüst aufgebaut, um den Beton zu sanieren und mit einem neuen Anstrich in hellen Erdtönen zu versehen. Die 2. SI Verwaltungsgesellschaft mbH mit Sitz in Bad Langensalza, die das Gebäude Anfang 2015 von der LEG erworben hatte, investiert rund zwei Millionen Euro in das 40 Jahre alte Gebäude.

Ursprünglich war geplant, dass das Gerüst vier Wochen stehen bleibt. Dies wurde zumindest in einem Schreiben des Eigentümers an die Bewohner so kommuniziert. Diese wiederum haben für die andauernden Arbeiten kein Verständnis mehr. Vor allem, weil diese noch lange nicht erledigt sein sollen. Erstrahlt das Gebäude in einer neuen Farbe werden die Balkongeländer gestrichen und die Markisen, die für die Arbeiten entfernt wurden, wieder angebracht.

Laut Auskünften des Eigentümers handle es sich bei der Fassade um eine umfassende Sanierungsarbeit, die nach derzeitigem Stand noch zwei bis drei Monate andauern werden. Die Betonsanierung an der Front der Bestandsimmobilie sei jedoch bereits abgeschlossen. Der Treppenturm mit dem n Eyecatcher-Charakter, werde derzeit bearbeitet, erklärte Geschäftsführerin Gabriele Makola.

(se)