Stolberg-Münsterbusch: Anwohner sind verärgert: Steine statt Bäume

Stolberg-Münsterbusch: Anwohner sind verärgert: Steine statt Bäume

Auch wenn sie durchaus optisch als ansprechend empfunden werden können, so sind sie dennoch für einige Münsterbuscher im wahrsten Sinne des Wortes „Steine des Anstoßes“: An vier Stellen entlang der Prämienstraße in Richtung Büsbach sind neuerdings Stelen aus Granitstein errichtet worden.

Der Unmut mancher Anwohner begründet sich darin, dass an diesen Punkten zuvor Bäume gestanden haben. Der Ärger der Bürger ist darin begründet, dass nun stattdessen „Steine in Pflasterbeete gepflanzt wurden“.

Bernd Kistermann, städtischer Fachbereichsleiter, erklärt dazu, die vier Bäume hätten weichen müssen. „Sie mussten aus Gründen der Verkehrssicherungspflicht gefällt werden.“ Das Technische Betriebsamt habe sich anschließend entschieden, die leeren Beete optisch durch die Steinstelen aufzuwerten.

„Diese sind auch im Unterhalt günstig, bringen wenig Wartung und Pflege mit sich, was dem Haushalt der Kommune entgegenkommt“, führt Bernd Kistermann aus.

Den Befürchtungen einiger Anwohner, dass sukzessive jetzt auch das letzte Grün aus der Prämienstraße entfernt werden könnte, hält der Fachbereichsleiter entgegen, dass das Modell „Steine statt Bäume“ keine Schule machen werde: „Es bleibt bei diesen vier Stellen, und künftig bemühen wir uns, Bäume, die gefällt werden müssen, durch neue Bäume zu ersetzen.“

Es sei das grundsätzliche Anliegen der Stadtverwaltung, dass kranke Bäume oder solche, die zur Wahrung der Verkehrssicherung gefällt werden müssen, durch Neupflanzungen ersetzt werden, was allerdings nicht immer an der selben Position geschehen könne. „Früher wurden Bäume mitunter gepflanzt, ohne die Versorgungsleitungen mit in die Überlegung einzubeziehen. Das ist eher kontraproduktiv und daher machen wir das heute nicht mehr“, beschreibt Kistermann.

Sei bereits abzusehen, dass die Wurzeln eines Baumes mit Gas-, Strom- oder anderen Leitungen kollidieren werden, müsse ein alternativer Standort gefunden werden.

Doch auch an der Salmstraße in der Innenstadt sind diese „Höckerlinien“ aus Granit wie Pilze aus dem Boden geschossen. Dort standen zuvor keine Bäume in den Beeten vor den Geschäftslokalen. Die höchsten dort wachsenden Pflanzen waren Lavendelbüsche.

Allerdings wirkten die Beete bislang oft ungepflegt, und immer wieder beschädigten Autos, die auf die knapp bemessenen Stellplätze fahren wollten, die stählerne Umrandung der jeweiligen Beeteinfassung.

(dim)
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