Anleinen in Stolberg: In Gehlens Kull können Hunde frei laufen

Hunde in Stolberg : Verantwortungsvolles Handeln ist ein Muss

Müssen Hunde in Gehlens Kull angeleint werden, oder nicht? Diese Frage wurde in den vergangenen Tagen in den Sozialen Medien diskutiert. Die Antwort: „In Gehlens Kull dürfen Hunde frei laufen“, sagt Sven Poschen vom Stolberger Ordnungsamt.

Der Grund: Gehlens Kull ist kein Naturschutzgebiet. In diesen gelten nämlich andere Regeln. „In Naturschutzgebieten besteht grundsätzlich Leinenpflicht“, sagt Poschen. In Stolberg zählen dazu unter anderem der Schlangenberg und auch der Truppenübungsplatz Buschmühle. Die Kontrollen dort obliegen allerdings nicht der Stadt Stolberg, sondern der Unteren Landschaftsbehörde der Städteregion.

Warum Hunde dort allerdings nicht frei herumtollen können? Auf diese Weise würden sie – vor allem im Frühjahr – Vögel aufschrecken, die auf dem Boden brüten, wie zum Beispiel die streng geschützte Heidelerche. Die Elterntiere können durch die ständige Störung ihr Gelege verlieren oder müssen die Jungen ungeschützt zurücklassen. Seltene Tierarten sind oft sehr scheu. Sie sollen im Naturschutzgebiet besonders geschützt sein, ist auf der Seite der Städteregion zu lesen.

Frei laufende Hunde können diese Tiere aus ihrem Lebensraum vertreiben und damit den Fortbestand stark gefährden. In einem Naturschutzgebiet sei das freie Herumlaufen von Hunden nicht möglich, denn hier steht der Schutz der in ihrem Bestand gefährdeten Tiere und Pflanzen an erster Stelle.

In Stolberg gibt es hinsichtlich der Anleinpflicht klare Regeln. Unter anderem diese: Innerhalb einer bebauten Ortslage muss jeder Hund – egal wie groß dieser ist oder welcher Rasse er angehört – an der Leine geführt werden. Dabei orientiere sich die Stadt an den Bebauungsplänen. Heißt im Klartext: „Wo Häuser stehen, müssen Hunde angeleint werden“, sagt Poschen.

Bei Feldwegen sieht das allerdings anders aus. Dort besteht nämlich keine Anleinpflicht. Allerdings müssen Halter auf ihre Vierbeiner einwirken können. Heißt: Sind Fußgänger, Radfahrer oder andere Hunde im Anmarsch, muss das eigene Haustier angeleint werden können oder aufs Wort seines Herrchens hören. Das gilt auch auf Waldwegen – in diesen Fällen geregelt durch das Landesforstgesetz.

Obwohl auf Feld- und Waldwegen keine Anleinpflicht besteht, appelliert Poschen an Hundebesitzer, verantwortungsvoll zu handeln. „Geben andere Spaziergänger das Signal, dass sie Angst haben, sollte man auch entsprechend reagieren“, so Poschen.

Verwarnungsgeld

Hält sich ein Besitzer übrigens nicht an die Anleinpflicht kostet das in einem ersten Schritt zehn Euro Verwarngeld. „Aber nur, wenn derjenige vorher noch nie auffällig gewesen ist“, sagt Poschen.

Was etliche Büger nicht wissen: In der Satzung der Stadt Stolberg ist festgeschrieben, dass jeder Hundebesitzer auch Hundekotbeutel bei sich tragen muss. „Hat man diesen nicht dabei, fängt die Ordnungswidrigkeit schon an und nicht erst, wenn man den Haufen liegen lässt“, sagt Sven Poschen.