Ein neues Domizil für Touristen?: Am Mühlener Ring könnte ein Wohnmobil-Stellplatz entstehen

Ein neues Domizil für Touristen? : Am Mühlener Ring könnte ein Wohnmobil-Stellplatz entstehen

Kein Ende in Sicht? Beim Thema Wohnmobil-Stellplätze traf das in der Vergangenheit immer wieder zu. Denn: Hatte die Verwaltung einen neuen Vorschlag auf Lager kam dieser bei den Stolbergern meist gar nicht gut weg. Das soll diesmal ganz anders sein. Doch dazu später mehr.

Werfen wir zunächst einmal einen kleinen Blick in die Vergangenheit. Seit über zehn Jahren ist die Stadt vergeblich auf der Suche nach einem Standort für Touristen, die mit dem Wohnmobil anreisen und in Stolberg übernachten wollen. Erst vor zwei Jahren schied Vicht aus, weil der angedachte Standort zu nahe an der Wohnbebauung lag und sich zudem Widerstand im Dorf regte. Daraus wollte die Stolberger Verwaltung lernen und beim nächsten möglichen Standort die Anwohner von Beginn an in die Planungen einbeziehen.

In Sachen Widerstand musste Stolbergs Erster Beigeordneter Robert Voigtsberger im vergangenen Jahr dann allerdings ein Déjà-vu erleben. Dabei hatte alles eigentlich ganz gut angefangen. Die Verwaltung schien ihrem Ziel ein Stück näher gekommen zu sein und einen – ihrer Meinung nach – idealen Standort gefunden zu haben: an der Brauereistraße.

Erste Beteiligungsgespräche mit Anwohnern gab es Ende Juni. „Ich habe den Austausch als sehr konstruktiv empfunden. Es gab positive Rückmeldungen, aber auch Bedenken“, sagte Robert Voigtsberger damals gegenüber unserer Zeitung.

Doch es gab auch Kritiker. Dazu gehörten Walter Krott und weitere Bewohner der Brauereistraße. Sie waren der Meinung, dass dies nicht der geeignete Standort für Touristen sei und führten dafür verschiedene Gründe an. Einer davon: Müll. Krott und seine Mitstreiter hatten die Erfahrung gemacht, dass etliche parkende Autos den hinteren Bereich der Straße als „Müllabladeplatz“ nutzen. Auch auf dem bereits vorhandenen Wohnmobilparkplatz wurde öfter Müll entsorgt.

Die Anwohner fürchten, dass sich die Situation mit weiteren Wohnmobil-Stellplätzen noch verschlimmern könnte. Und selbst wenn der Platz neu hergerichtet wäre, würden sich potenzielle Touristen an der Lautstärke stören, erklärte Krott damals. Schließlich sollte der neue Stellplatz direkt am Gleisbett entstehen.

Doch nicht nur die Themen Müll und Lärm, sondern auch die sanitäre Versorgung sah man damals kritisch. „Die sanitäre Entsorgung ist eine willkommene Möglichkeit für Anwohner oder in der Nähe wohnende Wohnmobil- oder Wohnwagenbesitzer, ihre WC-Fäkalien zu entsorgen“, meinte Krott damals. Als ehemaliger Busunternehmer wisse er, dass die Entsorgung bei Chemietoiletten problematisch und teuer sei. Zudem sei eine Geruchsbelästigung bei hohen Temperaturen nicht auszuschließen.

Die Stolberger Verwaltung sah das damals anders. Der Platz erfülle alle von Experten und Interessenverbänden formulierten Anforderungen an einen geeigneten Wohnmobil-Stellplatz, teilte man damals mit. Bedeutete: Er liege in unmittelbarer Nähe zur Altstadt, der Gastronomie und zum öffentlichen Nahverkehr. Durch das Burg-Center und den gegenüberliegenden Supermarkt bestünde zudem die Möglichkeit, den täglichen Bedarf zu decken und auch die Stolberg-Touristik sei gut zu erreichen und könne bei aufkommenden Fragen weiterhelfen.

„Konstruktive“ Gespräche

Mittlerweile hat man von Seiten der Verwaltung die Meinung allerdings geändert. Die Gespräche mit den Anwohnern habe man zwar als „konstruktiv“ empfunden. Dennoch sei man zu dem Entschluss gekommen, dass die Brauereistraße sich nicht als Standort für Wohmobile eigne. „Wir haben von dieser Idee Abstand genommen“, erklärte Voigtsberger nun auf Nachfrage unserer Zeitung.

Derzeit befinde man sich in der Prüfung eines neuen Stellplatzes – und zwar am Mühlener Ring. Momentan würden Infrastruktur und die Versorgungsleitung geprüft. „Der Mühlener Ring ist ein Platz, an dem man das Projekt umsetzen könnte“, ist sich Voigtsberger sicher. Seiner Meinung nach gebe es klare Vorteile, die für diesen Ort sprechen würden. Dazu gehöre zunächst einmal die Nähe zu Innenstadt und Altstadt. Außerdem gebe es keine direkten Anwohner in der Nähe, die sich durch den Stellplatz gestört fühlen könnten. Nach den laufenden Prüfungen soll der Vorschlag der Stolberger Verwaltung natürlich auch von der Politik ausgiebig diskutiert und – im Idealfall – dann auch genehmigt werden. Spätestens im kommenden Jahr könne man dann mit der Umsetzung beginnen, meint Robert Voigtsberger.

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