Stolberg: Am Ende geht die Welt doch nicht unter

Stolberg: Am Ende geht die Welt doch nicht unter

„Ich schlage Ihnen vor, uns in puncto Weltuntergang bis zehn Tage nach dem Weltuntergang zu vertagen“, teilt eine Diplomatin mit britischem Akzent ihrer französischen Kollegin mit. Der Literaturkurs der Stufe Q1 des Goethe-Gymnasiums spielt Jura Soyfers Drama „Der Weltuntergang oder Die Welt steht auf kein‘n Fall mehr lang“

Ein halbes Jahr lang haben die Schüler während und außerhalb der Unterrichtszeiten geprobt, um dieses Stück spielen zu können. „Bei den Proben vorher hat nie alles richtig geklappt“, verrät Andreas Joussen, die Aufführung ist aber dann nahezu perfekt.

Mit großem schauspielerischem Talent und Können, viel Witz und Einfallsreichtum begeistern die rund 20 Schüler und ein Lehrer das Publikum. Ein einfaches Bühnenbild wird nur hin und wieder mit einzelnen Requisiten bestückt. Dafür sind die Kostüme umso ausgefallener. Saturn, Sonne, Mond, Venus und Mars sind sofort zu erkennen. Bei der Gruppe singender Hippies besteht kein Zweifel, und auch bei den diversen Politikern ist gleich klar, mit wem das Publikum es zu tun hat.

Stereotype und Vorurteile

Das Stück spielt mit Stereotypen und Vorurteilen. Es scheint wie gemacht für die heutige Zeit. Umso mehr verwundert es, dass Soyfers Drama schon 1936 uraufgeführt wurde. Die Menschheit steht vor der Zerstörung der Welt durch einen Kometen. Ein Wissenschaftler versucht, mit seiner Erfindung die Apokalypse abzuwenden, wird jedoch von niemandem wahrgenommen. Der Komet schließlich bringt es nicht übers Herz, die Erde zu zerstören, wodurch das Stück einen positiven Ausgang hat, gleichzeitig aber auch die folgenlose Unverbesserlichkeit und Dummheit der Menschheit betont.

Das Thema und die Stimmung hat der Literaturkurs gekonnt eingefangen, neu interpretiert und mit eigens komponierten Liedern, an die Wand gebeamte Einlagen von selbst gespielten Fernsehsendungen und Radiobeiträgen, die den Raum erfüllen, modern dargestellt.

Alles in allem eine „sensationelle“ Leistung, findet auch Andreas Joussen. Zwar ist die Aufführung der „Höhepunkt“, wie Nina Wopat erklärt, doch weil jeder der „gemixten Truppe eine Rolle übernehmen muss, ist der Kurs zusammengewachsen.“, verrät Joussen.

Neben Nina Wopat und Andreas Joussen spielten Sophie Bonjean, Simon Breuer, Bianca Büchel, Janina Carduck, Sophie Daum, Diana Djamadi, Tobias Dovan, Tamara Hermes, Anne Leisten, Nora Luffy, Philipp Meyer, Tobias Mohr, Thom Novitz, Julia Pfeil, Dana Schreiber, Julien Tschirner, Fynn Weber, Nina Wopat, Charlotte Zeller, Andreas Joussen sowie Lehrer Kurt Fischer. Für die Technik war Kevin Thiefes verantwortlich.