Stolberg-Atsch: Am Bahnhof läuft bald alles wieder rund

Stolberg-Atsch : Am Bahnhof läuft bald alles wieder rund

Die Nachricht, dass in der ersten Mai-Woche das stark ausgelastete Parkhaus am Hauptbahnhof gesperrt wird, ist ein gutes Zeichen. Während die Pendler ihre Fahrzeuge wieder auf dem bekannten Ersatz-Parkplatz an der Probsteistraße abstellen können, werden Walzen, Fertiger und Bauarbeiter das Bild auf der Rhenaniastraße zwischen Probsteistraße und Hauptbahnhof sowie auf der Zufahrt zum Parkhaus bestimmen: Der letzte Bauabschnitt der Rhenaniastraße wird vollendet.

Ab Mittwoch, 2. Mai, wird bis zu dem Wochenende auf der Fahrbahn und der Zufahrt zum Parkhaus die Deckschicht aus Asphalt gefahren. Anschließend verbleiben nur kleinere Restarbeiten, die innerhalb einer Woche erledigt sein müssten, so Tiefbauamtsleiter Bernd Kistermann, und die Bepflanzung der Beete. Mit dem Arbeitsende am Freitag, 4. Mai, werden sich die Besucher des Hauptbahnhofes mit den neuen Angeboten und Regelungen der barrierefrei gestalteten Rhenania­straße vertraut machen können.

So entstehen direkt vor dem Zugang zu den Gleisen, wo bislang Taxen auf Kundschaft warten, vier Kiss-&-Ride-Parkplätze. Sie bieten die Gelegenheit, kurz anzuhalten, jemanden aussteigen zu lassen und direkt wieder abzufahren. Platz für die Droschken bietet nun die Mitte der zu einer Träne ausgeformten Mittelinsel. Bis zu sechs Mietwagen können dort halten. Zudem soll ein Baum mit Rundbank der Insel ein attraktives Aussehen verleihen.

Östlich und westlich der Mittelinsel liegen an den Gehwegen die Buskaps für Linienbusse, die den Hauptbahnhof bislang nur zu sogenannten Schwachlastzeiten anfahren, wenn die Euregiobahn nicht im Halbstundentakt unterwegs ist: die Linie 42 werktags am frühen Morgen und Abend sowie sonntags — insgesamt 29 Fahrten von Gressenich kommend bzw. 28 Abfahrten in Richtung Mühlener Bahnhof pro Woche.

Ein neues Umfeld erfährt auch das Mahnmal, das an die Deportation Stolberger Roma während der NS-Zeit erinnert in Form eines mit Blausteinen gestaltetes Pflasterrondell. Entlang der Ostseite ist ein bis zu zwei Meter breiter Gehweg mit drei Längs- und 19 Senkrecht-Parkplätze entstanden, auf der Westseite beginnt an den Mehrfamilienhäusern der Bürgersteig mit weiteren acht Längs-Parkständen. Neben den 284 Stellplätzen im Parkhaus werden die auf der Freifläche wieder nutzbar werden. 93 Stellplätze sind es, wenn der „filigrane Laufsteg“ der Deutschen Bahn wieder demontiert ist.

Sie will im Anschluss an die städtischen Arbeiten mit den Vorbereitung für den sogenannten „Skywalk“ zwischen Parkhaus und Mittelbahnsteig loslegen. Zunächst sollen auf dem Vorplatz die Fundamente für den Treppenturm und den Aufzugsschacht gebaut werden. Anschließend folgt die Erstellung des Treppenturms und des Aufzugs und die Arbeiten auf dem Mittelbahnsteig. Zuletzt soll die Überführung eingesetzt werden. Mit einer Fertigstellung rechnet die DB bis Ende 2018.

Für den dritten Abschnitt der Rhenaniastraße von der Probsteistraße bis zur Bahnhofskante betragen die Kosten 1,056 Millionen Euro bei einem Zuschuss von 950.000 Euro — eine 90-prozentige Förderung aus Mitteln des Öffentlichen Personennahverkehrs des Zweckverbandes Nahverkehr Rheinland. Der hat mit gut 3,443 Millionen Euro auch 90 Prozent der Kosten für den Bau des Parkhauses getragen, das noch mit Fahrradabstellmöglichkeiten ergänzt wird. Dazu zählen neben Fahrradbügeln und überdachten Ständen auch 16 Boxen zur dauerhaften Vermietung sowie eine vierteilige Akku-Ladestation für Pedelecs und zwei Ladestationen mit je zwei Stellplätzen für E-Autos.

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