Familienkonzert mit Holzinstrumenten: Akkordeonorchester Breinig präsentiert Programm für Kinder und Erwachsene

Familienkonzert mit Holzinstrumenten : Akkordeonorchester Breinig präsentiert Programm für Kinder und Erwachsene

Ganz der Musikpädagogik hatte sich das Akkordeonorchester Breinig gewidmet, das kürzlich im Museum Zinkhütter Hof mit seinem Familienkonzert ein kindgerechtes Programm bot. Denn die jungen Besucher, rund 90 an der Zahl, wurden in das Programm einbezogen, indem sie kleine Holzinstrumente erhielten, die sich zur Erzeugung von rhythmischen Abfolgen eigneten.

Das Konzert begann mit der „Kindersinfonie“ von Joseph Haydn. Dazu hatte das Orchester, das von Andrea Deserno geleitet wurde, einige der jungen Besucher auf die Bühne gebeten, die mit Rasseln, Ratschen, Flöten und Pfeifen, die in dem Stück vorkommenden Vogelstimmen nachahmten. Um die Wirkung der Musikstücke zu verstärken und dem Publikum auch visuelle Anreize zu bieten, nutzte man den weißen Bühnenhintergrund als Leinwand, auf der dann Fotos zu sehen waren, die das Gehörte bildlich untermalten.

Im Mittelpunkt der Darbietung stand neben dem Orchester und den jungen „Nachwuchsmusikern“, die 52-jährige Aachener Schauspielerin Anush Manukiah. Der gebürtigen Armenierin war nämlich die Aufgabe zugefallen, die Jungen und Mädchen im Alter von zwei bis zwölf Jahren, die gemeinsam mit ihren Eltern und Freunden dem Konzert beiwohnten, in den Gebrauch der Holzinstrumente einzuweisen. Die Holzinstrumente, deren Herstellung man durch eine Spende des 2016 verstorbenen Ehrenvorsitzenden Eberhard Krings finanziert hatte, bestanden aus kleinen Maurerkellen, deren Auftragsflächen man mit Schleifpapier beschichtet hatte.

20-köpfiges Akkordeonorchester

Durch das Aneinanderreiben der Flächen wurde ein rasselnder, schnarrender Ton erzeugt, der das Akkordeonspiel wirkungsvoll unterstützte und verstärkte. Zum Einsatz kamen die kindgerechten Instrumente erstmals, als das 20-köpfige Akkordeonorchester das „Sandpapier-Ballet“ von Leroy Anderson und Kurt Gelück zu Gehör brachte. Dabei fungierte Anush Manukiah als Taktgeberin und unterstützte zur Freunde der jungen Nachwuchsmusiker das Intonierte mit einer gekonnten Gestik und Mimik.

Voll in ihrem Element war die Kaiserstädter Schauspielerin, die sich in ihrer Freizeit dem Spielen eines Cajons, einer kistenähnlichen Trommel, widmet, als die Akkordeonspieler eine „Geisterstory“ zu Gehör brachten. Denn Manukiah fiel die Aufgabe zu, das Gehörte durch Text und entsprechender Gestik zu untermalen. So erzählte sie die Geschichte von dem traurigen, kleinen Gespenst, das in einem verwunschenen Schloss hausend, sich nach menschliche Kontakte sehnt.

Auch diesmal wurden die Kinder in die Melodie einbezogen, indem sie durch stampfende Schritte und Tanzbewegungen die Darbietung ergänzten. Nach einer Pause stand das Stück „Karneval der Tiere“ von C. Saint-Saens und H. Derweil im Mittelpunkt, das ebenfalls von Manukiah mit einem Sprechtext unterlegt wurde.

Das abwechslungsreiche Konzert endete mit dem Stück „Funny Waschboard“ von Heinz Waldvogel. Dazu hatte Orchestermitglied Thomas Ritzerfeld ein Waschbrett in der Hand, mit dem er den Takt vorgab. Die im Saal anwesenden Jungen und Mädchen antworteten ihm, indem sie ihre Maurerkellen erneut zur Hand nahmen und durch Reibbewegungen den Rhythmus des Stücks übernahmen.

Von starkem Beifall animiert, gab das Orchester mit dem Stück „Maus“ von Hans Posegga und Thommy Reeg noch eine kleine Zugabe. Bleibt zu hoffen, dass die neue, kindgerechte Linie der Breiniger Akkordeonmusiker durch eine weitere Veranstaltung fortgesetzt wird.