Stolberg-Zweifall: Adventssägen und Weihnachtsmarkt in Zweifall: Museum wieder hoch im Kurs

Stolberg-Zweifall : Adventssägen und Weihnachtsmarkt in Zweifall: Museum wieder hoch im Kurs

Vor lauter Menschen sind die Ausstellungsstücke irgendwann nicht mehr zu sehen, im Zweifaller Museumssägewerk drängen sich mehr und mehr Besucher. Denn das Team der Ehrenamtler um den Vorsitzenden Robert Jansen und seinen Stellvertreter Joachim Krings hat wieder einmal zum traditionellen Adventssägen geladen.

Dieser kleine Weihnachtsmarkt, bei dem natürlich auch das Sägegatter im Hauptgebäude vorgeführt wird, ist inzwischen weit über die Grenzen Stolbergs hinaus ein Wertbegriff, wie der Sonntag wieder unter Beweis gestellt hat.

Ein traditionelles Material, mit flinken Händen in allerlei Schönes — vor allem zu Sternen in allen möglichen Größen — geformt: Das ist auch in diesem Jahr der Verkaufsschläger im hölzernen Gebäude am Eingang zum Solchbachtal. Das Publikum nimmt dieses Angebot immer noch gerne an, zumal es neben den Sternen noch ganz andere Werke aus Holz zu kaufen gibt: Miniatur-Tannenbäume, Weihnachtsmänner und etliche andere Kunst-Stücke für den weihnachtlichen Dekorationsbedarf sind zu haben. Und mancher gewinnt schließlich seine mehr oder minder kleine Holz-Skulptur so lieb, dass er oder sie das frisch erworbene Teil zärtlich im Arm bis zum Parkplatz trägt, der schließlich die Autos der Besucher kaum noch fassen kann.

Aber nicht nur das, was aus dem Wald kommt, gehört zum Programm. Denn an der Rückfront des eigentlichen Museums steht wieder ein Zelt, in dem die Frauen der Ehrenamtler Leckereien anbieten. Allerlei Kuchen, frisch gebackene Waffeln, Kaffee und auch Glühwein: Kaum ein Wunsch bleibt unerfüllt. Wobei das Angebot durch einen Stand mit Wildsalami, -fond und anderen Spezialitäten aus dem Bereich des Forstamts Hürtgenwald das kulinarische Angebot noch einmal abrundet. Das alles ist der Mannschaft des Museums aus einem ganz bestimmten Grund hoch willkommen: „Die Einnahmen aus dem Basar bilden unsere Haupteinnahmequelle“, freut sich der stellvertretende Vorsitzende des Museumsvereins, Joachim Krings, in Vertretung des erkrankten Vorsitzenden Robert Jansen. Der weiß auch schon, wofür man den Erlös aus dem Verkauf ausgeben will: „2018 feiern wir unser zehnjähriges Jubiläum.“

Das wichtigste Projekt ist längst im Stadium der Verwirklichung: Im Auftrag des Museums und des Landschaftsverbands Rheinland dreht ein Team von Spezialisten einen Film. In diesem wird nicht nur das Museumssägewerk mit allen seinen Schätzen vorgestellt.

Alles, was im Wald geschieht

Darüber hinaus dokumentieren die Filmer alles, was im Wald geschieht, bevor der Baum dann im Sägegatter zum Brett wird. Dabei werden sowohl die moderne Wirtschaftsweise, bei dem computergestützte Harvester das Holz regelrecht ernten, ebenso dokumentiert wie überlieferte Methoden, bei denen unter anderem so genannte Rückepferde die gefällten Stämme aus dem dichten Gehölz ziehen. Flankierend dazu wird eine Broschüre erstellt, die die reich verzweigte Geschichte der Sägewerke in und um Zweifall dokumentiert.

Joachim Krings‘ Mitstreiter Rolf Hansen hegt derweil noch einen anderen Traum: Er wünscht sich Präsentationssäulen, an denen Besucher den Film per Knopfdruck abrufen können.

Vielleicht lässt sich da nach dem Kassensturz etwas machen. Neue Freunde hat das Adventssägen dem Zweifaller Museum auf jeden Fall geworben — durch den Basar und durch Vorführungen der Drechsler, die in einem Schuppen des Forsthauses zwischen Sägewerk und Parkplatz Aufstellung genommen hatten.

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