Aachen/Stolberg: Acht Jahre und Psychatrieaufenthalt für Tötung der Mutter

Aachen/Stolberg: Acht Jahre und Psychatrieaufenthalt für Tötung der Mutter

Nicht aus Habgier, aber weil er sich höchstwahrscheinlich von der Mutter zum Auszug gedrängt fühlte, habe Daniel B. (32) am 22. Dezember letztes Jahr mit brutalen Tritten gegen den Kopf und den Brustkorb seine Mutter getötet.

Das stellte die Vorsitzende Richterin Hildegard Tag am Freitag in der Urteilsbegründung fest.

Die Kammer hat den arbeitslosen Chemielaboranten aus Vicht am Freitag wegen Totschlags zu acht Jahren Haft und zur sofortigen Unterbringung in einer psychiatrischen Anstalt verurteilt. Das Gericht folgte der psychiatrischen Sachverständigen und sah bei dem Angeklagten zum Tatzeitpunkt am frühen Morgen des 22. Dezember eine nur eingeschränkte, aber nicht, wie es die Verteidigung gesehen hatte, vollkommen aufgehobene Schuldfähigkeit.

In den letzten zwei Jahren, so die Richterin, habe sich das Verhalten des Sohnes in der Familie immer „seltsamer” dargestellt. Er sei auch wiederholt aggressiv gegen die Eltern vorgegangen. So sei das Verhältnis zum Vater bereits länger beeinträchtigt gewesen. Aber auch die ansonsten liebevolle Mutter, die ihn des Öfteren bei Streitigkeiten in Schutz nahm, habe der Sohn eines Morgens überraschend gewürgt. Einen Grund gab es nicht, sie wollte ihn nur wecken. Das seltsame Gebaren des 32-Jährigen gipfelte darin, dass er sich am Ende mit der Familie nicht mehr unterhielt, die Eltern schickten dem im Haus lebenden Sohn Briefe.

Der Chemielaborant war zwar an einem Mathematik-Studium gescheitert, die Gutachter bescheinigten ihm aber eine hohe Intelligenz. Der Eigenbrötler sah sich selbst sozial als völlig isoliert und abgelehnt an. „Er führte das darauf zurück”, so die Richterin, „dass er beschnitten und mit Kaiserschnitt auf die Welt gekommen sei.”

Die Kammer sah bei dem Angeklagten eine Gefährlichkeit für die Allgemeinheit, er müsse in der forensischen Psychiatrie untergebracht werden. Der Angeklagte hatte im Schlusswort betont, er sei unschuldig. Die Indizien, hier eine blutverschmierte Hose und Springerstiefel mit Haaranhaftungen der Mutter, waren gefunden und dem Angeklagten mit DNA-Analysen zugeordnet worden. Außerdem hatte er die Handtaschen und den Wagen der Mutter an sich genommen und versucht, Geld abzuheben. Er hatte zuvor des Öfteren die Familie bestohlen.