Ab 3. Dezember müssen Kinder online angemeldet werden

Neues System Kivan : Kita-Nachwuchs muss in Stolberg jetzt online angemeldet werden

Ab 3. Dezember müssen Eltern ihren Nachwuchs online für einen Kita-Platz registrieren. So funktioniert das neue Kivan-System.

Die Digitalisierung hält nun auch in Sachen Kita-Anmeldung Einzug in Stolberg. Heißt: Wer sein Kind für das kommende Kita-Jahr anmelden möchte, muss dies online erledigen. Der Startschuss für das Anmeldeportal Kivan fällt am Montag, 3. Dezember. Aber was mache ich, wenn ich gar keinen Computer besitze? Was muss ich tun, wenn ich mein Kind bereits in einer Einrichtung angemeldet habe? Und wie funktioniert das System überhaupt? Wir haben die wichtigsten Fragen und Antworten für Sie zusammengefasst.

Was ist Kivan? Das Programm besteht aus zwei verschiedenen Teilen. Kivan ist auf der einen Seite ein Portal, das Eltern zur Anmeldung ihres Nachwuchses in einer Kita nutzen können. Auf der anderen Seite wird das Programm auch von der Stolberger Verwaltung genutzt. So hat diese einen besseren Überblick über die Anmeldungen und kann die Plätze ohne großen Aufwand zuweisen. Kivan soll allerdings mehr sein, als lediglich ein Anmeldeportal. Auf dieser Seite sollen sich Eltern auch über alle Stolberger Einrichtungen, deren Konzepte und Öffnungszeiten ausführlich informieren können.

Welche Vorteile bringt das neue System mit sich? Eine Erleichterung soll Kivan sein – und zwar für beide Seiten: Eltern und Verwaltung. Bisher mussten Eltern ihren Nachwuchs nämlich vor Ort in der Kita oder beim Stolberger Jugendamt anmelden. Das ging allerdings nicht immer ganz unproblematisch vonstatten. Die bisherige Praxis führte nämlich auch dazu, dass etliche Eltern gleich mehrere Einrichtungen aufsuchten, um einen Platz zu ergattern. Was daraus resultierte? Mehrfachanmeldungen und teils sogar mehrere Zusagen. Auf diese Weise zog sich das Anmeldeverfahren in die Länge. Schließlich konnte dieses erst weitergehen, sobald klar war, welche Plätze belegt und welche noch frei waren.

Muss man sich für alle Einrichtungen online anmelden? Ja. Alle 32 Stolberger Kitas arbeiten mit diesem Portal. Dabei spielt es keine Rolle, welchem Träger die Einrichtungen angehören. Alle Angestellten wurden in den vergangenen Wochen und Monaten geschult.

Wie funktioniert das System? Das Ziel: Eltern sollen ein passendes Betreuungsangebot finden. Aus diesem Grund gibt es verschiedene Suchkriterien und Filtern, die die Suche nach einem Platz erleichtern sollen. So kann man beispielsweise nach Einrichtungen in bestimmten Ortsteilen, mit bestimmten Öffnungszeiten oder mit bestimmten Betreuungskonzepten suchen.

So sieht das neue Anmeldeportal aus. Ab dem 3. Dezember können Eltern ihren Nachwuchs online für einen Kita-Platz anmelden. Foto: ZVA/Sonja Essers

Natürlich kann man auch angeben, ob man eine Beteuung für Kinder unter oder über drei Jahren beanspruchen will. Gleich mehrere Einrichtungen kann man auswählen, eine Priorisierung vornehmen und diese dann zu seiner eigenen Liste – vergleichbar mit einem Warenkorb – hinzufügen. In einem nächsten Schritt muss ein Elternkonto aktiviert werden.

Dafür erhält man an eine angegebene E-Mailadresse einen Bestätigungslink. Klickt man auf diesen kann es weitergehen mit dem Ausfüllen der Stammdaten. Zunächst muss man Angaben zum Kind machen. Ist ein Kind schon angemeldet, wird der Eltern-Account direkt damit verknüpft. Bei einer Neuanmeldung muss man unter anderem Name, Adresse, Geschlecht und Beginn der Betreuung angeben. Auch die Betreuungsdauer sowie die Frage, ob auch schon ein Geschwisterkind betreut wird, können angegeben werden.

Dann geht es mit den Daten des Sorgeberechtigten weiter. In diesem Rahmen können auch die berufliche Tätigkeit oder die aktuelle Lebenssituation – besipielsweise wenn ein Elternteil alleinerziehend ist – angegeben werden. Diese Felder sind allerdings kein Muss. Im nächsten Schritt fasst das Portal alle Daten zusammen.

Zum Schluss kann man den Antrag dann versenden. In diesem Rahmen findet noch eine Überprüfung des Namens mit dem Einwohnermelderegister statt. So kann ausgeschlossen werden, dass in der Schreibweise des Namens ein Fehler vorliegt oder ein Kind, das in einer anderen Kommune wohnhaft ist, angemeldet wird.

Muss ich die Kita vor Ort gar nicht mehr aufsuchen? Doch. Der Weg dorthin soll anch wie vor erforderlich sein. Nach einer Terminvereinbarung sollen Eltern die entsprechende Kita besuchen und diese kennenlernen, bevor es zum Abschluss eines Betreuungsvertrags kommt.

Was ist, wenn ich mein Kind bereits in einer Einrichtung angemeldet habe? Eltern die ihr Kind bereits vor Ort in einer Einrichtung angemeldet haben, müssen trotzdem eine Anmeldung über Kivan vornehmen – und das bis zum 26. Januar. Ansonsten tauchen diese Anmeldungen nicht im System auf. Kinder, die bereits eine Einrichtung besuchen, wurden auch schon ins System eingepflegt.

Wo kann ich mein Kind anmelden? Auf der Internetseite https://stolberg.meinkitaplatz.de. Das Design ist angelehnt an die städtische Internetseite.

Ab wann kann ich mich anmelden und wie lange ist eine Anmeldung möglich? Das Portal ist ab Montag, 3. Dezember, online. Bis spätestens Samstag, 26. Januar 2019, muss eine Meldung vorgenommen werden – zumindest für das bevorstehende Kita-Jahr. Eine endgültige Platzvergabe erfolgt dann übrigens bis zum 15. Februar.

Ist die Seite nach der Anmeldephase weiterhin online? Ja. Dort soll man sich – unabhängig von der Anmeldung – immer über die EInrichtungen informieren können. Zudem soll man sich zu jedem Zeitpunkt registrieren können. Das sei vor allem für Zugezogene, die auf der Suche nach einem Kita-Platz seien, wichtig, erklärt Josef Offergeld, stellvertretender Jugendamtsleiter.

Welche Zugangswege gibt es (Computer, Tablet, Smartphone)? Nicht nur über den Computer, sondern auch via Tablet und Smartphone soll das Portal zugänglich sein.

Wann bekomme ich eine Rückmeldung? Über jeden Bearbeitungsschritt werden die Eltern per Mail informiert. Zudem können sie jederzeit sehen, auf welchem Bearbeitungsstand sich der Antrag befindet. Bis zum 15. Februar werden die Plätze vergeben.

Was ist, wenn ich gar keinen Computer besitze? Das soll kein Problem sein. Ein eigener Computer soll für die Anmeldung keine Voraussetzung sein. Man wolle auf die Lebensrealitäten der einzelnen Familien eingehen, sagt Stolbergs Erster Beigeordneter Robert Voigtsberger. Aus diesem Grund kann eine Anmeldung auch direkt bei der Stadtverwaltung erfolgen. Eltern, die sich nicht auf dem Portal anmelden können, haben die Möglichkeit, eine Anmeldung im Familienbüro (Rathausstraße 61) vorzunehmen. Auf Wunsch sollen die Eltern dort auch von Mitarbeitern beim Anmeldeprozess begleitet werden.

Wer kann mir bei Problemen helfen? Ansprechpartner sind die zuständigen Mitarbeiter im Familienbüro, Isabell Klein (erreichbar unter 02402/13667) oder Joachim Paul (erreichbar unter 02402/13229). Zudem wird es am Mittwoch, 5. Dezember, von 18 bis 20 Uhr im Familienbüro eine Informationsveranstaltung rund um die Themen Kivan und Tagespflege geben.

Was ist mit der Kindertagespflege? Darüber können sich Eltern ebenfalls online informieren. Eine Anmeldung ist allerdings nicht möglich. Für Informationen rund um dieses Thema können sich Eltern an Ulrike Bergmann (erreichbar unter 02402/13326) im Familienbüro wenden.

Wie funktioniert das Verwaltungssystem und wozu wird es genutzt? Träger können auf dem Portal beispielsweise ihre eigenen Vertragsvorlagen hinterlegen. Auf diese Weise können auch Verträge verlängert werden oder Betreuungszeiten geändert werden. Für die Mitarbeiter der Verwaltung ist zudem einsehbar, wer welchen Bearbeitungsschritt gemacht hat und wann ein Antrag eingereicht wurde. Auf diese Weise soll die Verwaltung abgesichert sein, falls es zu Klagen kommt.

Ein Vorteil sei zudem, dass die Daten so auch statistisch ausgewertet werden könnten. „Das System rechnet beispielsweise aus, wie viele Kinder in drei oder vier Jahren in die Schule kommen“, sagt Offergeld. „So kann man auf einen Klick punktgenau planen“, sagt der stellvertretende Jugendamtsleiter.

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