Stolberg: Aachener Band „Rob Crusoe“ begeistert Altstadtkneipe „Piano“

Stolberg : Aachener Band „Rob Crusoe“ begeistert Altstadtkneipe „Piano“

„Das Publikum hier ist einfach toll und verständig. Wir haben das Gefühl, dass unsere Musik gut ankommt“, freute sich Keyboarder Christoph Kukulies auf seinen zweiten Auftritt im „Piano“. Zusammen mit seiner Band „Rob Crusoe“ heizte er am vergangenen Samstagabend den Zuhörern in der Altstadtkneipe mit Soul, Funk und Blues ein.

Es zeigte sich, dass der Keyboarder in Bezug auf das Publikum auf sein Gefühl vertrauen konnte: Begeistert wippten die Stolberger zu den Songs und belohnten die Aachener Band mit reichlich Applaus. Laut und furios riss „Rob Crusoe“ mit seinem dreiköpfigen Bläsersatz bestehend aus Benno Pennartz (Saxophon), Harry Duyckers (Trompete) und Thomas Grüne (Posaune) sogleich beim ersten Lied die Zuhörer aus angeregten Gesprächen: Bei „Soul Finger“ der R&B-Band The Bar-Kays legte außerdem „Special Guest“ Marius Deutz, wie er vom Gitarristen Christoph Rademacher angekündigt wurde, unter gesamtem Körpereinsatz seine Stimme ins Mikrofon, rief begeisterte Zurufe des Publikums hervor und vertrat somit den „Rob Crusoe“-Sänger Werner Gerards. Bassist Burkhard Schmidt und Schlagzeuger Uli Poth vervollständigten das Oktett.

Bei Songs wie „Don’t Fight It“ von Wilson Pickett animierte Marius Deutz die Stolberger zum Mitklatschen, bevor die Musiker ohne Pause in Sam & Daves „Hold On I’m Coming“ übergingen.

Die fließenden Übergänge sorgten dafür, dass das Publikum nie still sitzen blieb. Besonders Gitarrist Christoph Rademacher und Sänger Marius Deutz brachten bei den flotten Songs nicht nur Stimme und Instrument zum Einsatz, sondern auch ihre Körper und unterhielten mit kleinen Tanzeinlagen.

Ganz nah kam das Publikum der Band, als Christoph Rademacher die Bühne hinab kam und inmitten der Zuhörer ein Gitarrensolo einlegte. Nach diesen furiosen Nummern lautete Sänger Marius Deutz‘ Kommentar zu der kochenden Stimmung: „Ich hätte die Thermounterwäsche weglassen sollen“, womit er die Lacher auf seiner Seite hatte. Romantisch ging es mit einem der bekanntesten Songs von The Temptations weiter: „My Girl“ entlockte vielen Zuhörern entzückte Rufe und verwandelte das Piano in einen Ort, der zum Träumen einlud.

Titel wie „(Sittin‘ On) The Dock Of The Bay“ von Otis Redding oder „She Loves My Automobile” von ZZ Top durften ebenso wenig fehlen wie James Browns mitreißender „I Feel Good“-Song und Wilson Picketts flotte Coverversion von „Everybody Needs Somebody To Love“.

Zum Finale gehörte unter anderem der Bluessong „Sweet Home Chicago“, den The Blues Brothers neben vielen anderen Künstlern aufnahmen. Zu The Blues Brothers haben die Aachener Musiker eine besondere Verbindung, da sie bereits als Vorband für die R&B-Band spielten: „Da sahen wir dann auch schon mal, wie der Gitarrist die Whiskey-Flasche aus dem Backstagebereich mitnahm“, erzählt Rademacher schmunzelnd. Bei dieser Zusammenarbeit sei es beruhigend gewesen, zu sehen, dass selbst den „Profis“ genauso Fehler wie einem selbst unterlaufen könnten, stellte der Gitarrist fest. Das circa zweieinhalbstündige Konzert im Piano jedenfalls verlief für „Rob Crusoe“ fehlerfrei und bescherte dem Publikum erneut einen Abend voller Soul, Funk und Blues.

(mepo)
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