Handlungskonzept „Wohnen in Stolberg“: 81 öffentlich geförderte Wohneinheiten gesichert

Handlungskonzept „Wohnen in Stolberg“ : 81 öffentlich geförderte Wohneinheiten gesichert

Wie viele Wohnungen gibt es derzeit in Stolberg? Wie viele werden künftig gebraucht? Und wie ist es um den öffentlich geförderten Wohnraum in Stolberg bestellt? Mit Fragen wie diesen beschäftigte sich Stefan Lehnert vom ALP-Institut.

In der Sitzung des Sozialausschusses hielt er einen Vortrag zum Thema Wohnen in Stolberg. Einstimmig beauftragten die Mitglieder des Ausschusses die Stolberger Verwaltung, aus den Ergebnissen und Handlungsempfehlungen einen Maßnahmenkatalog zu erstellen.

Insgesamt 27.909 Wohnungen gibt es derzeit in Stolberg. 49 Prozent davon sind Mietwohnungen. Eine Stromzähleranalyse im Mai dieses Jahres ergab zudem, dass 1260 Wohnungen (4,4 Prozent) leer stehen und somit nicht vermietet werden. Der Grund dafür: Oft befänden sich diese Wohnungen in einem schlechten Zustand und könnten deshalb gar nicht vermietet werden, so Lehnert. Was in Stolberg allerdings besonders problematisch sei: Es gebe zu wenig kleine Wohnungen – beispielsweise für ein bis zwei Personen – und auch zu wenig Wohnraum für Großfamilien.

16 Stück in kommunaler Hand

Und wie sieht es mit öffentlich geförderten Wohnungen aus? Derzeit gibt es davon 1050 in Stolberg – 16 davon sind in kommunaler Hand. Doch diesbezüglich tue sich derzeit eine Menge in der Kupferstadt, teilte Katharina Oebel, Leiterin der Abteilung Wohnen und Teilhabe in der Stolberger Verwaltung, den Ausschussmitgliedern mit. Am Büsbacher Berg entstünden derzeit 22  Wohneinheiten, die zwischen 47 und 92 Quadratmeter groß seien. Diese sollen voraussichtlich im August bezugsfertig sein.

Auf dem Gelände der ehemaligen Hauptschule auf der Liester entstünden zudem 54 Wohnungen – allesamt Zweiraum-Wohnungen. Acht Einfamilienhäuser, die gemietet werden können und jeweils 112 Quadratmeter groß seien und fünf Zimmer besäßen, entstünden auf der Duffenter Straße. Sie sollen voraussichtlich 2020 bezugsfertig sein. Damit seien insgesamt 81 Wohnungen und Häuser gesichert.

In Planung seien zudem 35-40 Woheinheiten auf der Ritzefeldstraße, in der Stadtrandsiedlung könnten 36 geförderte Wohnungen entstehen – deren Größe stehe allerdings noch nicht fest. Und auf dem Donnerberg könnten fünf zusätzliche Einfamilienhäuser mit sieben Räumen und je 130 bis 140 Quadratmetern entstehen.

Stabile Sozialstrukturen

Ziele, die Stefan Lehnert vom ALP-Institut für die weitere Entwicklung des Wohnraums ansprach: Die Stadt sollte versuchen, an Überschwappeffekten aus Aachen zu partizipieren. Zudem sollte Qualität vor Quantität gehen. Bei seniorengerechtem Wohnen sollte der Fokus auf zentrale Standorte mit einer guten anbindung liegen. Der geförderte Wohnungsbau sollte nach wie vor auch für Einheimische gesichert werden und diese Neubauten sollten an Standorten mit stabilen Sozialstrukturen entstehen, führte Stefan Lehnert aus.

In diesem Zusammenhang war übrigens auch das Thema Wohnraum für Studenten, das von den Vertretern des Jugendparlaments angesprochen wurde, aufgekommen. Bereits vor einigen Jahren habe die Stadt versucht, Studenten nach Stolberg zu locken, erläuterte Oebel. Damals hätten etliche Vermieter Wohnraum zur Verfügung gestellt, doch nur in wenigen Fällen seien auch Mietverträge zustande gekommen. Sei es soweit gekommen, wären diese wiederum oft nur von kurzer Dauer gewesen. Meist habe es die jungen Leute bei der ersten Gelegnheit nach Aachen gezogen, so Oebel weiter.

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