Stolberg: 20 Eigenheime auf Breinigs wohl letztem Filetstück

Stolberg : 20 Eigenheime auf Breinigs wohl letztem Filetstück

Wenn es noch ein Filetstück in Breinig gibt, dann ist es dieses 5790 m² große Grundstück mitten im Ortskern. Gut „abgehangen“ ist das Areal, so wie es „Fleischkenner“ heute schätzen. Nach unterschiedlichen Varianten der „Zubereitung“ des Geländes zwischen Euregiobahnlinie, Pampütz und Raiffeisenstraße soll nun ein kleines Wohngebiet mit 20 Einfamilienhäusern entstehen.

Der Ausschuss für Stadtentwicklung soll auf seiner Sitzung am 5. September den Aufstellungsbeschluss für einen neuen Bebauungsplan fassen, der das bestehende Baurecht überlagern soll.

Konkrete Überlegungen zur Nutzung stellt der Eigentümer schon seit zwei Jahrzehnten an. Die Idee, dort ein Altenheim zu errichten, hatte Ludwig Wagemann seinerzeit schon einmal, erzählte er später unserer Zeitung. Seinerzeit scheiterte es an der mangelnden Leistungsfähigkeit der Kanalisation. Und 2002 kam ein anderes Projekt dazwischen. Aldi wollte einen Standort in Breinig aufbauen.

Nachdem die Suche am Zirkus gescheitert war, präferierte der Discounter das Gelände hinter Wagemanns Steuerberatungskanzlei. Neben der Filiale sollte ein Getränkemarkt oder ein Lebensmittelgeschäft entstehen. Die Pläne scheiterten neben städtebaulichen Fragen an der Verkehrserschließung: Die Zufahrt in der unübersichtlichen Kurve der Landesstraße 12 erschien zu gefährlich zur Abwicklung eines umfangreichen Kundenverkehrs.

Schon ein Jahr später war die alte Idee eines Altenheims auf gehobenem Niveau neu belebt. Fünf zweigeschossige Pavillons mit Dachgeschoss für 80 Pflegeplätze sollten in einem kleinen Park entstehen. Der Flächennutzungsplan stellte das Areal als Wohnbaufläche dar, sein südlicher Teil war vom Bebauungsplan Nr. 5 K überlagert. Neu entstand für das Seniorenprojekt der Bebauungsplan Nr. 138 „S/B Brammersbenden“ mit der Zweckbestimmungen Altenpflegeheim im hinteren Bereich und Mischgebiet zur Straße hin, der 2004 rechtskräftig wurde.

In die Realisierungsphase gelangt ist das Projekt jedoch nie, aber der alte Bebauungsplan soll bestehen bleiben, falls der neue nicht zustande kommen sollte. Der bekommt dann die Nr. 172 und den Namen „Wohnen an der Raiffeisenstraße“. Als jüngere Satzung würde dieser Bebauungsplan dann den älteren überlagern, ohne dass es eines förmlichen Aufhebungsbeschlusses bedürfe, erklärt der Technische Beigeordnete Tobias Röhm diesen „förmlichen Rechtsgrundsatz“ in seiner Vorlage für den Ausschuss.

Im Rahmen der nun aufzustellenden Bauleitplanung möchte die Breiniger „Woba Wohnungsbau GmbH“ als Investor, der auch die Entwicklungs- und Erschließungskosten übernehmen muss, Familien die Möglichkeit bieten, sich im Herzen des Ortes anzusiedeln.

Die Entwürfe des Investors sehen die Schaffung von sechs Doppelhaushälften und 8 Reihenhäusern vor. Die geplanten Wohngebäude sollen alle zweigeschossig mit einem zusätzlichen Dach als Nichtvollgeschoss ausgebildet werden.

„Die Art und das wesentliche Maß der geplanten Bebauung orientieren sich somit weitgehend an der Planung aus dem Jahr 2004 sowie an der umliegenden Bebauung“, erklärt Röhm. Der Technische Beigeordnete wertet es als einen „positiven Aspekt“ der neuen Planung, „dass im Gegensatz zu der damaligen geschlossenen und eher massiven Bauweise des Altenpflegeheimes die nun geplante Wohnbebauung eine gegliederte und aufgelockerte Bauweise aufweisen“ soll. Die Verwaltung stehe dieser städtebaulichen Entwicklungsplanung in dieser zentralen Ortslage positiv gegenüber.

Es werde eine stetige Nachfrage nach adäquaten Grundstücken für eine Wohnbebauung in Breinig registriert. Allerdings weist die Ortslage nur noch wenige großflächigere Entwicklungsmöglichkeiten für Bauflächen auf, nachdem das frühere Sportplatzgelände vermarktet ist. Die Schaffung weiterer Neubaugebiete in Breinig ist bis dato immer wieder an Gründen des Naturschutzes gescheitert.

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