12. Fotorätsel: Gerätehaus Gressenich

Auflösung Fotorätsel : Bewegte Geschichte der Feuerwehr Gressenich

Motiv unseres Sommerrätsels vom vergangenen Mittwoch war das Gerätehaus von Gressenichs Freiwilliger Feuerwehr. Somit beschäftigt sich unserer Artikel mit der Geschichte der örtlichen Feuerwehr und des 2600-Einwohner Ortes, der bis 1972 der Gemeinde Gressenich ihren Namen gegeben hatte.

Die Anschaffung einer mit Muskelkraft betriebenen Feuerlöschspritze machte im Jahr 1818 in Gressenich den Anfang der organisierten Brandbekämpfung. Untergestellt wurde die Spritze, da kein geeigneter Raum zur Verfügung stand, in Mausbach. Fahrt nahm die Brandbekämpfung auf, als 1833 ein so genanntes Brandkorps gebildet wurde, das unter der Führung des damaligen Bürgermeisters Tilmann Joseph Esser stand und als Vorläufer der 1910 gründeten Freiwilligen Feuerwehr gilt. Ihr Gerätehaus hatte die im frühen 20. Jahrhundert entstandene örtliche Feuerwehr in der Nachbarschaft der Alten Schule an der Schevenhüttener Straße.

Ihr erstes Automobil als Einsatzwagen erhielt Gressenichs Freiwillige Feuerwehr im Jahr 1938. 1950 konnte das 40-jährige Bestehen der Löschgruppe gefeiert werden. Technisch besser aufgestellt war man 1969, als an der Straße „Im Brühl" ein neues Gerätehaus bezogen wurde. Schließlich gehörte inzwischen auch ein modernes Einsatzfahrzeug zum Bestand der Wehr. Das neue Gerätehaus bestand aus einem einstöckigen Bruchsteingebäude mit ausgebautem Dachgeschoss.

Alle Anzeichen sprechen dafür, dass man das von einem Satteldach gekrönte Gebäude zuvor als öffentliches Waschhaus genutzt hatte: Nicht als Badeeinrichtung zur Körperhygiene, sondern zum Reinigen und Waschen von Kleidung und anderen Textilien. Da nicht in allen Gressenicher Haushalten entsprechende Geräte für die private Wäschereinigung vorhanden waren, soll das öffentliche Waschhaus auch noch in den frühen Nachkriegsjahren in Betrieb gewesen sein.

Weitgehend in Eigenleistung hat die von Gruppenführer Torsten Pilz-Breuer geleitete Gressenicher Löschgruppe in den vergangenen beiden Jahren ihr Gerätehaus Im Brühl umgebaut: Die 25 Aktiven haben die in die Jahre gekommene Einrichtung, um neue Büro- und Leitungsräume sowie Sanitätseinrichtungen und einem Raum für das Wechseln der Kleidung - getrennt nach Männer und Frauen - erweitert. Platz dafür fand man im Dachgeschoss. Auch der Schulungsraum wurde auf dem neusten technischen Stand gebracht.

Schon zur Römerzeit besaß Gressenich eine Siedlung und war ein wichtiger Standort der Messingproduktion. Von 842 bis 1802 gehörte Gressenich zum Münsterländchen und besaß allein vier Rittersitze: der Palanter Hof und die so genannte Burg an der Römerstraße sowie die beiden Gutshöfe Gracht und Köttenich. Palanter Hof und Burg wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört. Bestand hatten nur die Gutshöfe Gracht und Köttenich. Ein ähnliches Schicksal erlitt die im 15. Jahrhundert errichtete Kirche St. Laurentius, deren Vorgängerbau vermutlich aus dem 9. Jahrhundert stammte. Sie wurde 1944 zerstört.

An gleicher Stelle entstand 1962 das heutige Gotteshaus, das einen um 1450 entstandenen wertvollen Flügelaltar besitzt. Unter französischer Herrschaft von 1794 bis 1814 war Gressenich ähnlich wie Stolberg und Büsbach eine eigene Bürgermeisterei, aus der wenig später die Gemeinde Gressenich hervorging. Zu der 1972 aufgelösten und mit Stolberg vereinigte Gemeinde, hatten zuvor neben Gressenich selbst auch Schevenhütte, Werth, Mausbach und Vicht gehört. Stolberg vergrößerte sich damals (1972) um 41 Quadratkilometer und 9500 Einwohner. Gressenich ist von großen Waldgebieten umgeben, die heute der Naherholung und dem Tourismus dienen.

(doe)
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