Priester unter Missbrauchsverdacht: Auslieferung beantragt

Von: dpa
Letzte Aktualisierung:
symbol kreuz kirche missbrauch

Aachen/Krefeld. Die Staatsanwaltschaft Krefeld will die Auslieferung des in Südafrika lebenden Pfarrers K. wegen Verdachts des sexuellen Missbrauchs an Kindern und Jugendlichen erreichen. Der Mann sei in Auslieferungshaft gewesen, aber nach inoffiziellen Informationen gegen Auflagen wieder auf freiem Fuß, sagte eine Behördensprecherin am Freitag.

Die Behörde hat nach eigenen Angaben einen entsprechenden Auslieferungsantrag gestellt. K. werden in Deutschland sexueller Missbrauch von Kindern und Jugendlichen in 37 Fällen vorgeworfen. Nach Angaben des Bistums Aachen steht der suspendierte Priester auch in Südafrika wegen Missbrauchs vor Gericht.

Bereits seit März 2010 wird ihm in der kleinen Stadt Brits bei Johannesburg der Prozess gemacht, da er sich 2008 in einem Kommunions-Camp Kindern angenähert haben soll. Er war in dieser Zeit aber weiterhin auf freiem Fuß, bis er vor einigen Tagen von den südafrikanischen Behörden in Haft genommen wurde.

Der Priester hatte sich 2010 selbst angezeigt, nachdem die Staatsanwaltschaft Krefeld die Ermittlungen aufgenommen hatte. Der Priester hatte nach früheren Angaben des Bistums zwischen 1994 und 2007 in Nettetal und Kerpen gearbeitet. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft sollen die Missbrauchsfälle zwischen 2002 und 2006 passiert sein.

Nach Missbrauchsgerüchten gegen K. hatte das Bistum Aachen potenzielle Opfer aufgefordert, sich zu melden. Ein Vater hatte sich nach früheren Angaben des Bistums an das Bistum gewandt und berichtet, dass sein heute erwachsener Sohn als Kind von dem Priester missbraucht worden sei.

Der Geistliche aus dem Bistum Aachen war nach Angaben des Bistums 2007 in die Auslandsseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz gewechselt. Das Katholische Auslandssekretariat habe den Vertrag 2010 vor dem regulären Ablauf gekündigt. Aachens Bischof Heinrich Mussinghoff hatte K. im Mai 2008 suspendiert, nachdem Eltern Anzeige gegen den Geistlichen erstattet hatten.

Der Geistliche, der zurzeit beim Bistum Aachen als Priester geführt wird, bekomme kein Priestergehalt, sondern eine sogenannte Alimentierung zur Sicherung seines Lebensunterhalts. Im Fall einer strafrechtlichen Verurteilung drohe dem Mann auch eine Kirchenstrafe, die bis zur Entlassung aus dem Priesterstand reichen könne.

Von 1994 bis 2007 hatte K. für das Bistum Aachen in mehreren Gemeinden am Niederrhein gearbeitet. 2007 war er nach Südafrika gewechselt.

Die Homepage wurde aktualisiert