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Pro Arte präsentiert ein Kaleidoskop der Sinne

Kaleidoskop der Sinne : Dreiklang der Kunst präsentiert von Pro Arte

Auch beim siebten „Kaleidoskop der Sinne“ des Kunstförderkreises Pro Arte in der Leonhardskapelle ging es um das Zusammentreffen von bildender, geschriebener und Tonkunst.

Das Konzept ist einfach: Ein Autor und ein Musiker erhalten jeweils ein Kunstwerk und schreiben beziehungsweise spielen, was ihnen dazu einfällt. Dabei kennen sie weder den Namen noch den Schöpfer des Werkes. Präsentiert wird der Dreiklang der Kunst dann vor Publikum und ganz zu dessen Wohlgefallen. Mittlerweile hat sich das Kaleidoskop auch außerhalb des Kreises etabliert. Eine zweite Aufführung findet am 19. Oktober in der Aachener Citykirche statt.

Doch zurück nach Erkelenz in die Leonhardskapelle. Die war am Samstagabend gut gefüllt. Viele der Zuschauer waren auch schon bei den vorherigen Kaleidoskopen und daher gespannt, was diesmal bei dem Zusammentreffen der Kunst herausgekommen war. Einige Neuigkeiten gab es diesmal, zum Beispiel die Tatsache, dass nur weibliche Autoren teilnahmen und die Zahl der Musiker auf zwei beschränkt war.

Eckart Krause, der auch bei Wassenjazz mitspielt, präsentierte jazzige Improvisationen und Variationen am Klavier. Viola Kramer setzte ihre musikalischen Ideen am Synthesizer eher sphärisch und ursprünglich um. Zu den Bildern webte sie Klangteppiche, die nur entfernt an Musik erinnerten und das Publikum in ihren Bann zogen. Darüber hinaus hatte der Kunst-Vorsitzende Willi Arlt noch eine Neuheit in petto, und zwar eine Beschreibung der Kunstwerke sowie die Texte in blindengerechter Brailleschrift.

Moderator Frank Rimbach präsentierte mit dem Text „Leon Wolkes Lied“ von André Heller gleich zum Einstieg Kunst zum Nachdenken. Er paarte den Text mit seinen eigenen Gedanken über „Deutschland im Herbst 2018“ und beschrieb sehr anschaulich den Vorgang des Ertrinkens im Mittelmeer. „Kein Mensch hat einen solchen Tod verdient“, lautete sein Fazit, bevor mit Ruth Möbius-Hansen die erste Autorin ans Pult trat und ein abstraktes Bild von Karin Thiel für eine Seefahrergeschichte aus der Zeit der spanischen Armada deutete.

Zuvor hatte Kramer einen Klangteppich gelegt, der in den Köpfen des Publikums nachhallte, während die Autorin las. So ging es im Wechsel bis zur Pause weiter. Renate Engel las zu einem Bild von Uta Göbel-Groß, nachdem Krause seine Klavierimprovisationen dazu vorgetragen hatte. Alexandra Schütz las zu dem Bildbeitrag von Gerda Zuleger und Kramer ließ dazu den Synthesizer brummen und wabern. So ging es weiter bis zur Pause, die viele Besucher nutzten, um die ausgestellten Werke der Künstler zu sehen.

Anja Abels und Walter Verwoert präsentierten am Ende der Pause im Treppenhaus der Leonhardskapelle eine Tanzperformance. Abels kennt man als Mitglied bei „merkwürdig-e Gestalten“, einer Tanzgruppe, die auch schon auf Hohenbusch beim Kunstlabor-Event aufgetreten ist. Die Mischung der Kunstformen und Stile kam beim Publikum gut an. Wer es verpasst hat, hat am Freitag, 12. Oktober, in Aachen in der Citykirche noch einmal Gelegenheit dazu.