Alsdorf: Zwei Schwerverletzte bei Brand: Nachbarn retten Eingeschlossene

Alsdorf: Zwei Schwerverletzte bei Brand: Nachbarn retten Eingeschlossene

Dramatische Szenen spielten sich am Montagmorgen bei Brand eines Mehrfamilienhauses in Alsdorf ab. Die Feuerwehr konnte einen Mann offenbar in letzter Sekunde aus einem lichterloh brennenden Anbau retten, er und seine Frau wurden schwer verletzt. Nachbarn verhinderten womöglich ein noch größeres Unglück, indem sie eingeschlossene Hausbewohner mit einer Leiter retteten.

Um 6 Uhr morgens ging der Notruf bei der Feuerwehr Alsdorf ein. Vor Ort stellten die Einsatzkräfte fest, dass der Anbau des Wohnhauses in der Pestalozzistraße im Stadtteil Blumenrath bereits in Flammen stand und auch aus dem Dach des Hauptgebäudes dichter Rauch drang. Weil die Dachgeschosswohnung und das Treppenhaus völlig verraucht waren, hatte sich die Bewohnerin der obersten Wohnung über das Gaubenfenster auf das Dach gerettet.

Bei einem Brand in Alsdorf wurden zwei Menschen schwer verletzt. Foto: Feuerwehr Alsdorf

Noch vor Eintreffen der Feuerwehr war ein Nachbar über ein Regenrohr zu der Frau auf das Dach geklettert, um sich um sie zu kümmern. Beide wurden mit einer Drehleiter von der Feuerwehr gerettet, die Bewohnerin wurde anschließend ins Krankenhaus gebracht.

Da sich die drei übrigen Bewohner aus dem ersten Stock nicht mehr über das Treppenhaus retten konnten, hatten sie sich an einem Fenster bemerkbar gemacht. Noch bevor die Feuerwehr eingetroffen war, hatten Nachbarn die Eingeschlossenen über eine Leiter aus der Wohnung gerettet.

Die Bewohnerin des Anbaus hatte sich selbst retten können. Sie wurde mit schweren Brandverletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert. Zuvor konnte sie den Einsatzkräften noch sagen, dass sich ihr Ehemann noch in dem brennenden Anbau befinde.

Daraufhin drangen mit Atemschutzgeräten ausgestattete Feuerwehrleute in den Bau vor. Trotz der enormen Hitze gelang es ihnen, den vermissten Mann aufzufinden und ihn noch lebend aus dem Feuer zu retten. Der schwerverletzte Mann wurde vom Notarzt versorgt und ins Krankenhaus eingeliefert. Er schwebte in Lebensgefahr.

Gegen 9.15 Uhr war der Einsatz für die Feuerwehr beendet. Der Anbau wurde durch die Flammen vollständig zerstört, erklärte Christoph Simon, Sprecher der Feuerwehr Alsdorf. Zwar konnten die Einsatzkräfte ein Übergreifen des Feuers auf das Haupthaus verhindern, doch waren auch dort die Wohnräume zunächst nicht mehr bewohnbar. Das Ordnungsamt übernahm es, sich um die Unterbringung der Bewohner zu kümmern.

Zur Brandursache konnte die Feuerwehr zunächst keine Angaben machen. Die Polizei nahm Ermittlungen auf. Neben dem Kreisbrandmeister verschaffte sich auch Alsdorfs Erster Beigeordneter Ralf Kahlen einen Eindruck von der Einsatzstelle.

Feuerwehrsprecher Simon lobte am Montag das besonnene Verhalten der freiwilligen Helfer. „Durch das beherzte und selbstlose Vorgehen der Nachbarn konnte so mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Schlimmeres verhindert werden“, sagte er. „Den Bürgern gebührt höchster Respekt und Dank.“

(-ks-/red)
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