Zustand und Zukunft: Wohnquartier "Am Weiher" in Alsdorf-Ofden

Am Alsdorfer Weiher : Über Zustand und Zukunft des Freizeitgeländes

Mit Bau des Wohnquartiers „Am Weiher“ in Ofden sollen „flankierende Maßnahmen“ auch im Freizeitgelände daneben durchgeführt werden. Mehr soziale Kontrolle soll gegen Vandalismus helfen.

Das Freizeitgelände südlich des Alsdorfer Weihers ist beliebt. Bei Spaziergängern, Herrchen und Frauchen, bei Sportlern, Kindern und Jugendlichen und bei Menschen, die Gegrilltes im Sinn haben.

In der jüngeren Vergangenheit aber waren Misstöne aus den Reihen von Anwohnern und Nutzern des Geländes zu vernehmen – Beschwerden über den Zustand. Im Rathaus klagt man über zunehmenden Vandalismus und gibt sowohl zum Zustand, wie auch zur Zukunft des Freizeitgeländes Auskunft. Ein zentraler Punkt: Mit der Schaffung von Freizeitangeboten im Grüngürtel des neuen Wohnquartiers „Am Weiher“ in direkter Nachbarschaft sollen auch die Nutzer des Freizeitgeländes nach nebenan ziehen.

Das Moos auf Bänken und Hockern südlich des Alsdorfer Weihers mag gemütlich aussehen – zum Verweilen gibt es geeignetere Materialien. Moos macht die Hose dreckig und speichert Wasser so gut, dass es auch Tage nach einem Regenschauer noch ein unangenehmes Sitzgefühl bescheren kann. Beschädigtes Mobiliar birgt die Gefahr, sich zu verletzen, zu regelrechten Stolperfallen haben sich  aus dem Weg aufragende Pflastersteine entwickelt, und auch aufgetretene Mülleimer tragen nicht zur Aufenthaltsqualität auf dem Gelände bei.

Grillen ist dort, östlich des neuen Wohnquartiers, verboten, Schilder weisen darauf hin. Allerdings scheinen sie einigen Zeitgenossen eher Ansporn zu sein, genau das zu tun. Nun sind es weniger die „Wild-Griller“ an sich, die auf Ablehnung stoßen, sondern ihre Hinterlassenschaften. „Von Glasscherben bis zu den verdauten Resten einer Grillparty finden Sie da alles“, erzählt eine Anwohnerin. Wenig appetitlich, potenziell gefährlich. „Die Kollegen fahren regelmäßig sogar Sperrmüll aus dem Gebiet ab“, erzählt die Susanne Lo Cicero-Marenberg, Alsdorfs Technische Beigeordnete.

So sieht der aktuelle Plan für das neue Wohnquartier „Am Weiher“ aus: Den Freizeitangeboten, die im Grüngürtel der Anlage unterkommen, sollen die Nutzer vom Freizeitgelände folgen. Foto: grafik

Natürlich sind die Sitzflächen auf der Anlage nicht auf städtische Anweisung bewachsen, Abfalleimer nicht in dieser Manier beschädigt und Müll verteilt worden. Im Rathaus hat man vielmehr Interesse daran, dass auf der Anlage in Ordnung bleibt, was in Ordnung ist. Deshalb soll die Entstehung des neuen Wohnquartiers „Am Weiher“ genutzt werden, um die Situation zu verbessern – mit mehr sozialer Kontrolle, um zumindest Beschädigungen und Vermüllung in diesem Bereich künftig einzudämmen.

Baustart im August

Getreten und versaut: Vandalismus nimmt laut Verwaltung im gesamten Stadt zu, so auch auf dem Freizeitgelände am Weiher. Foto: Thomas Vogel

Nach derzeitigem Stand werden 61 Häuser da gebaut, wo bis vor kurzem noch im Gymnasium unterrichtet und gelernt wurde. Die ersten Kaufverträge sind in dieser Woche unterzeichnet worden, bestätigt Stephan Müller, Leiter des städtischen Liegenschaftsamts. Im August können frischgebackene Besitzer voraussichtlich mit dem Bau ihrer Wohnhäusern beginnen. Bis dahin sollen, das ist Voraussetzung, die Baustraßen auf dem Gelände fertig sein. Weil das Freizeitangebot sich in Zukunft also verlagern soll – vom Freizeitgelände weg in das neue Wohnquartier, werden die beiden Grünstreifen, die es durchziehen, mit Blick darauf gestaltet. Zum Beispiel, was die Möblierung betrifft.

Ein großer Spielplatz soll entstehen – in den Plänen tauchen etwa eine „2-Turm-Spielanlage mit Wackelbrücke“ auf, ein Spielhaus, Kletter- und Schaukelgerät. Neben Blühstreifen und Blütenbäumen sind mehrere Stationen einer „Workout-Line“ eingeplant. Sie bestehen aus Fitnessgeräten – Sit-up-Bank, Cross Trainer, Klimmzugstation. Welche Geräte es später genau in den Grüngürtel schaffen, sei jedoch noch nicht sicher, sagt Lo Cicero-Marenberg. Sicher ist hingegen, dass die Wege innerhalb des Grüngürtels barrierefrei gebaut werden.

Wie viel Grün verträgt eine Grünanlage, wann schlägt „verwunschen“ in „verwahrlost“ um? Auf solchen Bänken sitzt es sich schlecht. Im Zuge der Pfelgeintervalle des Eigenbetriebs Technische Dienste soll ausbessert werden. Foto: Thomas Vogel

Die Angebote sollen Anreiz für Anwohner und andere sein, ihre Freizeit dort zu verbringen. Da, wo auch jene schneller auffallen, die Unerlaubtes im Schilde führen – Vandalen. Lo Cicero-Marenberg: „Wir hoffen, dass die soziale Kontrolle so groß ist, dass nicht mehr so viel beschädigt wird.“ Die angestrebte Verlagerung bedeute aber nicht, dass das Freizeitgelände nebenan aufgegeben wird.

Dort werden „flankierende Maßnahmen“ durchgeführt. Die Wege sollen ertüchtigt werden, gerade im Bereich der Verbindung zum neuen Wohnquartier, dort aufgrund des Gefälles allerdings nicht in barrierefreier Ausführung. Der Bolzplatz bleibe erhalten, im Zuge regelmäßiger Pflegeintervalle des städtischen Eigenbetriebs Technische Dienste würde auch der übrige Zustand des Freizeitgeländes kontrolliert und gegebenenfalls nach- oder ausgebessert.

Grillen verboten, gegrillt wird trotzdem: Hinterlassenschaften von „Wild-Grillern“ – die reichen von Glasscherben bis zu verdauten Resten des Essens – nerven die Nutzer des Freizeitgeländes. Foto: Thomas Vogel

Und auch diese Möglichkeit betont Lo Cicero-Marenberg: Wenn Nutzer des Geländes, wie auch anderswo im öffentlichen Raum, Beschädigungen entdecken, können und sollen sie diese der Stadt melden. Zum Beispiel an Holger Frings vom Eigenbetrieb Technische Dienste. Die Nummer: 02404/5545016.

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