Alsdorf: Zukunft der Bankfiliale Busch: Sparkasse lenkt ein

Alsdorf : Zukunft der Bankfiliale Busch: Sparkasse lenkt ein

Krakeeler, Besonnene, Generalisten und Pragmatiker haben kürzlich im Büro des Mietervereins in Busch zusammengesessen, um darüber zu diskutieren, ob in der Sparkassen-Filiale Busch nicht doch über den 1. Mai hinausgehend der persönliche Kundenservice erhalten bleiben kann.

Ziel ist es nämlich, an diesem und anderen Standorten (neben Alsdorf-Busch auch Baesweiler-Beggendorf, nachdem der in der Broicher Siedlung bereits 2016 reduziert wurde) nur noch Automaten vorzuhalten. Dagegen liefen Vertreter der Buscher Vereine und Bürger bereits im Januar Sturm, sammelten Unterschriften, wandten sich an die Öffentlichkeit und an die Sparkasse.

Nun saßen also neun Buscher mit Norbert Laufs, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Aachen, zwei weiteren Sparkassen-Vertretern und Bürgermeister Alfred Sonders (SPD) an einem Tisch. „Wir sind die Sparkasse. Sie sind nur ein Angestellter der Sparkasse mit sehr hohem Gehalt“, polterte Simon Robert gleich zu Beginn los — und das waren noch die freundlicheren Worte.

Die Debatte sollte aber schnell auf eine sachliche Ebene gelenkt und der Ton moderater werden. Die Argumente der Buscher Bürger: Ganz allgemein sei die Sparkasse im Gegensatz zu anderen Banken, die sich nicht in öffentlicher Hand befänden, verpflichtet, vor Ort für die Kunden da zu sein.

Im Speziellen bestehe in Busch eine besondere Situation, weil nicht nur durch den Altenheim-Standort viele alte Menschen aufgrund von Unsicherheit im Umgang mit der Technik und fehlender Mobilität auf die Anwesenheit von Kundenberatern angewiesen seien. Und zu guter Letzt: Da das Kreditinstitut das Personal nur verlagern wolle und die Miete für die Räumlichkeiten so oder so zu zahlen hätte, entstehe gar kein finanzieller Vorteil, der den Schritt rechtfertigen würde.

In Ruhe hörte sich Laufs die ersten Wortbeiträge, von denen der von Hans-Werner Theis eine zusammenfassende, einleitende Funktion hatte, an, um dann auf mehrere Stichworte einzugehen. Seine Sicht der Dinge — auch im Nachgang zu einem Gespräch mit den Buschern, das im Vorfeld hinter verschlossenen Türen stattgefunden hatte: Mit der Umwandlung — nicht Schließung — der Geschäftsstelle folge die Sparkasse einem Kundentrend.

Ein Drittel weniger Service und Beratung seien in den vergangenen zehn Jahren verlangt worden. Die Entwicklung der Einlagen und die Kreditgeschäfte seien zwar im vergangenen Jahr erfreulich gewesen, die Gewinne aber stark rückläufig. Deshalb müsse man sparen. Das bedeute zum Beispiel, dass von 400 in den kommenden Jahren durch Ruhestand freiwerdenden Stellen nicht alle nachbesetzt würden — und auch nicht könnten, weil nicht genügend Personal auf dem Arbeitsmarkt vorrätig sei, aber das nur am Rande.

Langfristig spare man also am Standort Busch doch Personalkosten. Keine andere Bank halte so viele Filialen wie die Sparkasse vor, und in Alsdorf blieben immer noch vier. Den Vorschlag, die mobile Geschäftsstelle (den Bus) vor den Bankautomaten in Busch halten zu lassen, habe er zunächst für widersinnig erachtet, er habe aber noch mal darüber nachgedacht und entschieden, das „gerne für drei Monate“ ausprobieren zu wollen. Also ab Mai, eine Stunde pro Woche. „Wenn nach drei Monaten aber nur ein, zwei Kunden kommen, nehmen wir davon wieder Abstand“, so Laufs.

Grundangebot vorhalten

Der Bürgermeister erklärte, dass die Stadt es generell mit Sorge beobachte, wenn Strukturen verloren gingen. Das gelte allgemein für die Nahversorgung. Der Trend, vieles im Internet oder wenigstens mit einem Einkauf in einem großen Einkaufszentrum erledigen zu können, sei unumstritten da, es gelte aber zu überlegen, wie man für den Teil der Bevölkerung ein Grundangebot vorhalten könne, die an dem Trend nicht teilhaben können. Die mobile Geschäftsstelle sei eine Möglichkeit. Die Filiale zu den Zeiten, in denen eh eine Beratung stattfände, auch für den normalen Kundenverkehr zu öffnen, eine andere.

Das lehnte Laufs aber mit dem Argument ab, die Beratung auf die Filiale Alsdorf-Mitte konzentrieren zu wollen. Er blieb beim Angebot der mobilen Geschäftsstelle.