„Tag der Kulturen“: Zeichen für Vielfalt, Offenheit und Demokratie

„Tag der Kulturen“ : Zeichen für Vielfalt, Offenheit und Demokratie

Viele Menschen aus Würselen und der Städteregion setzten jetzt beim „Tag der Kulturen“ auf dem Morlaixplatz ein eindrucksvolles Zeichen für Vielfalt, Offenheit und Demokratie.

Über fünf Stunden lang präsentierten über 20 Gruppen, Einrichtungen und Vereine unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Arno Nelles aus unterschiedlichen Kulturen ein buntes und vielfältiges Programm.

Begonnen hat alles vor drei Jahren mit dem Projekt „Engel der Kulturen“ der beiden Künstler Carmen Dietrich und Gregor Merten. „Damals rollten wir den ‚Engel der Kulturen‘ in Form einer Radskulptur vom Rathaus aus zu den Schulen, den Kirchen, den Moscheen und Flüchtlingsunterkünften, um die Zusammengehörigkeit der verschiedenen Religionen zum Ausdruck zu bringen“, berichtet Jürgen Hohlfeld vom Organisationsteam. Dies bildete die Initialzündung zu diesem Fest im Herzen der Düvelstadt.

Das große Fest wurde diesmal federführend organisiert vom Förderkreis Asyl Würselen, dem Familienzentrum Lebens-Spiel-Raum und dem Verein „Türöffner“. Dieser Tag der Kulturen solle als Zeichen gesehen werden „für ein friedliches und fröhliches Zusammenleben aller Kulturen in unserer Stadt“, unterstreichen Renate Rütters, Pelin Yigut, Catrin Renzelmann, Jürgen Hohlfeld und Dorlies Alders im Namen der Organisatoren.

Auf der großen Bühne vor dem Rathaus folgte ein Höhepunkt nach dem anderen. Das Programm mit viel Musik war genau so vielfältig wie die vielen Gruppen und Vereine die mitmachten: von den DRK-Kindergärten und der Kita Lebens-Spiel-Raum, über die Grundschulen, dem Städtischen Gymnasiums und der Gesamtschule bis hin zu den Jungenspielen, Karnevalsvereinen, Feuerwehr, Pfadfindern, Fußballvereinen, Kirchen und sehr viele weitere. Musikalischen Genuss auf der Bühne garantierten unter anderem die Gruppe Babylon Tamam um Sasan Azodi und mit der Sängerin Dianka, Manfred Leuchter, La Famille, Tanzstudio Guido Kreiten, Lawless Crew, die Rasselbande und Mario Taghadossi.

Bürgermeister Nelles sagte angesichts der Vorfälle in Chemnitz und Köthen: „Dieses Fest ist unsere Antwort, das ist unsere Demonstration gegen das, was überall in Deutschland passiert. Ich würde mir wünschen, dass die Menschen, die ihre Unzufriedenheit immer plakativ nach draußen tragen, sehen würden, wie hier in Würselen Menschen unterschiedlicher Religionszugehörigkeit, unterschiedlicher Hautfarbe, oder unterschiedlicher Nationalität miteinander friedlich und wunderbar feiern können! Das ist unsere richtige Antwort auf aufkommende Intoleranz!“

„Weltensammler“ ausgezeichnet

Das Programm auf der Bühne moderierte Pelin Yigit vom Verein „Türöffner“. Der Würselener Bundestagsabgeordnete Martin Schulz, würdigte die Integrationsarbeit in seiner Heimatstadt.

Mit Spannung erwartet wurde die Bekanntgabe des Preisträgers des Integrationspreises der Stadt Würselen. Pelin Yigit lüftete das Geheimnis: Das Projekt „Weltensammler“ erhält diese Auszeichnung. Hierbei handelt es sich um eine Gruppe von Schülern der GGS Mitte und Sebastianusschule, die sich regelmäßig treffen, um mit der Autorin Sabine Blazy Geschichten zu schreiben. Unterstützt wird das Projekt vom Verein Türöffner und der Stadtbücherei. Blazy sagte: „Wir haben auch einen Tag gehabt, in dem es um andere Länder ging, wir haben alle mal unseren Hintergrund erzählt, dabei fast alle festgestellt, dass unsere Vorfahren aus einem anderen Land kamen. Daraus sind viele Geschichten entstanden“.

Am Ende der Veranstaltung zog Catrin Renzelmann vom Verein Türöffner Bilanz: „Das Besondere des Tages war für uns alle sicher die große Vielfalt der Beteiligten — von traditionellen Vereinen aus Würselen bis zu Syrischer Band und Rapper Gruppe von Geflüchteten, von Kindergruppen des Deutsch-Vietnamesischen Vereins über Kita und Grundschule bis zur internationalen Klasse des Gymnasiums, verschiedene Tanzstile und Musikgruppen“. Nachdenklich wurde es noch bei dem Gedicht der Afghanin Asadi Meliha zu ihrer von Terror und Unruhe geplagten Heimat. Zum Abschluss der Veranstaltung versammelten sich alle Helfer mit ihren gelben und grünen T-Shirts zu einem „Flashmob“ auf die Bühne — instruiert von der orientalischen Tänzerin Karima El-Barkani.

(ro)
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