Herzogenrath: Wurmbrücke: Provisorium soll Überschwemmung verhindern

Herzogenrath : Wurmbrücke: Provisorium soll Überschwemmung verhindern

Den Starkregen in der Nacht zum 30. April werden die Herzogenrather so bald nicht vergessen: Denn erstmals seit 30 Jahren, sprich seit Bau der mächtigen Schutzmauer parallel zur Albert-Steiner-Straße, trat die Wurm wieder über die Ufer und überschwemmte die Kleikstraße sowie den Ferdinand-Schmetz-Platz.

Hauptsächlich betroffen war das Hotel „Zur Brücke“, das nach längeren Sanierungsarbeiten am 10. August nun wieder eröffnen will, wie ein Aushang ankündigt. Noch sind dort die Handwerker zu Gange.

Unterdessen wird seitens der Stadt und des Wasserverbands Eifel-Rur (WVER) überlegt, was getan werden muss, um zu verhindern, dass sich solch ein Hochwasserfall wiederholt. Ein Ingenieurbüro ist mit Erarbeitung entsprechender Vorschläge beauftragt.

Aber mit Blick auf die andauernde Hitzewelle und völlig ausgetrocknete Böden hat die Stadt jetzt schon vorläufige Vorkehrungen zum Hochwasserschutz getroffen. Denn ein Starkregen hätte momentan besonders fatale Folgen, da das Niederschlagswasser keinerlei Chance hätte zu versickern und mit Unmengen von Schlamm ungehindert von den Federn und Äckern laufen würde, wie Herzogenraths Technischer Beigeordneter Ragnar Migenda auf Nachfrage erläutert.

So sind die Geländer der Brücke an der Glasstraße jetzt mit Brettern versehen worden. Und Teile des Ufers wurden mit folienabgedeckten „Bigbags“ voller Sand abgesichert. „Das wird im Eventualfall wirkungsvoll sein“, sagt Migenda. Die Maßnahme ist mit dem WVER abgesprochen, auch die Untere Wasserbehörde ist unterrichtet. Abgestimmt wurde das Provisorium auch mit der Landeskonservatorin, da das Hotel „Zur Brücke“ unter Denkmalschutz steht. Migenda: „Der Wasserverband wird die Brücke jetzt auch noch einmal unter die Lupe nehmen.“

Viel Aufwand habe der WVER vor drei Jahrzehnten betrieben, um Rodas City vor den bis dahin jährlich mehrfachen Hochwasserereignissen zu schützen, berichtet Migenda. Auf ein so genanntes hundertjährliches Ereignis (HQ 100) wurde die Beton- und Stahlkonstruktion ausgelegt, die das Wasser in einem eigens angelegten Trog buchstäblich unter der Brücke durchpresse und gleichzeitig verhindere, dass diese durch den so entstehenden Druck aufgetrieben werde.

„Die Höhensituation war ja fixiert und auch breite Querschnitte nicht möglich“, erklärt Migenda. Der Starkregen vom 30. April, so die neuesten Berechnungen, habe das HQ 100 nun „gerissen“, wie der Beigeordnete darlegt. Will heißen: Es muss wieder gehandelt werden. Die Ergebnisse des Ingenieurbüros gelte es schließlich mit den Plänen für eine „erlebbare Wurm“, die im Zuge des Innenstadtkonzepts angedacht ist und in Zusammenarbeit mit der Bezirksregierung entwickelt werden soll, abzugleichen. Migenda: „Ich glaube da an eine gute Lösung.“

Auch mit Blick auf die regelmäßigen Überschwemmungen der Häuser an der Bergstraße in Rumpen, „einer signifikanten Stelle“, erarbeitet das Ingenieurbüro Maßnahmenvorschläge, die, so Migenda, sogar zeitnah vorliegen sollen. Derweil sei mit der örtlichen Feuerwehr angedacht, vor Ort Sandsackdepots anzulegen, unter anderem auch schon oberhalb, an der L 244/Luhrweg. Mit den Bewohnern der betroffenen Häuser und mit dem Landwirt sei man entsprechend in Kontakt.

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