Herzogenrath: Wunderbare Menüfolgen aus duftenden Rosen und seltenen Kräutern

Herzogenrath: Wunderbare Menüfolgen aus duftenden Rosen und seltenen Kräutern

Schmucke Gärten haben es ihr angetan. Prächtige Blüten, duftende Kräuter, rankendes Grün. Mit Schaufel und Harke im Erdreich zu graben, zu pflanzen und zu stutzen, ist ihr ein Hobby, „das Vergnügen macht, mitunter aber auch in Arbeit ausartet”.

Marlene Schwarz blickt zufrieden um sich. Auf das nach traditionellen Regeln angelegte Bauerngärtchen mit buchsbaumumrandeten Beeten rings um ein Rondell mit Vogelhaus. Auf die stattlichen Rosenbüsche mitten im Rasengrün - in denen sich auch mal gerne Adele wälzt, die ebenso verspielte wie massige elf Monate alte Bernhardiner-Hündin.

Und schließlich auf das abgegrenzte Rosengärtchen am hinteren Ende des beschaulichen Grundstücks in der Weißen Siedlung. Alles gehegt und gepflegt, wenn auch der verhaltene Sommer in diesem Jahr Manches nicht in der Pracht erblühen ließ, wie es die Gärtnerin sonst gewohnt ist. In der Hauptwachstumsphase war es einfach zu kalt.

Parallel zum beherzten Bearbeiten der Scholle hat sich Marlene Schwarz viel botanisches Wissen angeeignet, die Philosophie echter „Bauerngärten” und natürlich die Wirkungsweise in Vergessenheit geratener Wild- und Kulturkräuter studiert.

Ihre besondere Liebe aber gehört den Rosen, vor allem den englischen Spielarten, aber auch den historischen Varianten und natürlich den prächtig kaschierten Künstlerrosen. Gefüllt müssen sie sein, in Rot-, Rosé- und Weißtönen.

Und zartpudrig duften, „wie es sich für eine Rose eben gehört”. Von edel-strahlenden Alba-Blüten schwärmt sie, von aromatischen Gallica- und betörenden Damaszener-Züchtungen, nicht zu vergessen die kugelrunden Bourbon-Varianten.

„Aber auch Kräuter haben wunderschöne Blüten”, lenkt sie die Aufmerksamkeit zurück aufs scheinbar Unscheinbare ins Bauerngärtchen, für das sie gerne seltene Spezies aus dem Spezialhandel bezieht.

Marlene Schwarz lädt auch gerne Gäste in ihr gemütliches Haus ein. In ihrer Küche vereint sich dann die Liebe zum Garten mit der Leidenschaft fürs Kochen.

Gewürzt mit einer guten Portion Kreativität scheut die selbstständige Schneiderin auch hier keine Mühe, um eigene lukullische Ideen dekorativ in Szene zu setzen. Sehr zur Begeisterung der Familie und natürlich aller anderen, die an ihrem Tisch sitzen dürfen.

Ihre Mutter und deren Freundinnen waren es, die vor Jahren in den Genuss des ersten „Rosenfestes” kamen: Rosenbowle war seinerzeit der Aperitif, Lummerbraten an frischen Blattsalaten mit Rosen-Joghurt-Dressing wurde zum Hauptgang serviert, Schweizer Bergkäse gab es danach, dazu Baguette mit Rosenbutter.

Getoppt wurde alles mit Rosen-Joghurt-Eis auf Waffel, und abschließend konnten die Damen sich noch bei einem Tässchen Rosentee, gesüßt mit kandierten Rosenblättern, entspannen.

Drei „Rosengänge” mehr zählte schon das Menü im Folgejahr, diesmal wurden Freunde bekocht. Ein Rosen-Griesflammerie mit Früchten und zartfrischer Ziegenkäse mit selbst gemachtem Rosengelee waren der krönende Abschluss.

Kräuter sollten im Sommer darauf genauso zu Ehren kommen wie die Königin der Blumen: Bärlauch, Brunnenkresse, Estragon, Dill, Gänseblümchen und japanische Perilla-Blätter mit zartem Zimtaroma fanden Berücksichtigung in dem nunmehr neungängigen Menü - stilgerecht auf wunderschönem Rosenporzellan aufgetragen, einem Geschenk des Gatten für seine Rosenkönigin.

Richtig Freude bereitet Marlene Schwarz die detailreiche Zubereitung solch opulenter Menüfolgen in ihrer Küche, tatkräftig von Tochter Annika unterstützt: „Ich bin jedes Mal aber auch wieder froh, wenn alles gut geklappt hat”, gesteht sie. Und hat schon wieder jede Menge neuer Ideen für Gaumenfreuden im Kopf, die man ausprobieren könnte...

Rosengelee: Zwei dicke Handvoll dunkle Gallica-Rosenblätter kleinschneiden und ein bis zwei Tage in Dreiviertelliter Weißwein ziehen lassen. Dann aufkochen und mit Gelierzucker gelieren. Perfekt dazu: milder Ziegenkäse.

Rosenlikör: Zwei Handvoll Rosenblätter in einer Flasche guten Cognac eine Woche lang im Dunkeln ziehen lassen. Danach abseihen und mit Zuckersirup (aus einem halben Liter Wasser, aufgekocht mit 400 g Zucker) mixen. Wer möchte, kann das Ganze mit Sahne und/oder ausgekratzter Vanille verfeinern.

Rosenzucker: Leicht angetrocknete Duftrosenblätter werden winzig fein gehackt und mit Zucker gemischt. Wunderbar aromatisierend in Kaffee und Tee, aber auch über frischen Waffeln und oder Sahnecrepes...

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