Alsdorf: Wütender Paketauslieferer dreht durch: Auto auf Kreuzung geschoben

Alsdorf : Wütender Paketauslieferer dreht durch: Auto auf Kreuzung geschoben

Bizarrer Vorfall auf einer Kreuzung in Alsdorf. Nachdem ein Streit zwischen dem Fahrer eines Paketdienstes und einem Autofahrer am Donnerstagnachmittag eskaliert war, rammte der Lieferwagenfahrer den Wagen seines Gegners mit Absicht und schob ihn rund zehn Meter weit in den Kreuzungsbereich hinein. Von einem „Krieg auf der Straße“ spricht Polizeisprecher Paul Kemen, dessen Bericht sich durchaus amüsant liest.

Der Zwischenfall ereignete sich auf der Landesstraße 240 in Höhe der Autobahnabfahrt Alsdorf-Hoengen. Wir geben den Bericht an dieser Stelle weitgehend unbearbeitet wieder.

Fahrer A, so nennen wir ihn mal, war als Paketauslieferer mit seinem Lieferwagen unterwegs. Fahrer B mit seinem Pkw. Fahrer B schilderte später, dass A links neben ihm den Geradeausstreifen benutzt habe und sich dann, als er merkte, er muss rechts rüber, um geradeaus zu fahren, vor ihn gequetscht habe. Um einen Unfall zu vermeiden, habe er ,stark in die Bremsen gehen und links rüber fahren müssen'. Als Zeichen der Geringschätzung habe er, Fahrer B, dem A daraufhin den Mittelfinger gezeigt.

Dieses Verhalten blieb nicht folgenlos. Die nächste Ampel zeigte Rot. Beide mussten anhalten. Durch das Ausweichmanöver standen sie nun nebeneinander. Die Möglichkeit, die Auseinandersetzung fortzuführen, nahm Fahrer B für sich in Anspruch. Er stieg aus und beschimpfte A heftig. Laut A habe B ihn sogar bespuckt, was B aber später gegenüber der Polizei vehement dementierte.

Jedenfalls kochte die Situation derartig hoch. So hoch, dass A den Entschluss fasste, seinen Paketauslieferungswagen als Waffe einzusetzen. Er setzte nach Angaben einiger Zeugen und des Fahrers B seinen Lieferwagen zurück, rammte ins Heck des Wagens von B und schob diesen bei roter Ampel etwa zehn Meter weit bis fast in den Kreuzungsbereich hinein.

Aus wohl rein physikalischen Gründen - die Bremskraft war dominanter als die Schubkraft - kamen beide Fahrzeuge zum Stehen. Die Zeugen dieses wohl einmaligen Schauspiels von „Krieg auf der Straße“ riefen dann die Polizei. Weder A noch B trugen Verletzungen davon.

Zeugen schilderten, dass Fahrer A ihnen schon vorher durch seine äußerst aggressive Fahrweise aufgefallen war. Noch an Ort und Stelle drohte der äußerst gereizte A dem B. Dies war Anlass für die Polizeibeamten, eine Gefährderansprache durchzuführen. A wurde untersagt, sich dem B oder seiner Familie zu nähern oder sie zu kontaktieren.

Darüber hinaus schrieben die Beamten einen Bericht an das Straßenverkehrsamt mit dem Hinweis, doch vielleicht einmal zu überprüfen, ob Herr A überhaupt geeignet ist, ein Kraftfahrzeug zu fahren... Polizeisprecher Kemen: „Berechtigte Zweifel mussten zwangsläufig aufkommen.“

Das Ermittlungsverfahren läuft.

(red/pol)