Heimatverein Bardenberg: Würselener Treff mit Thomas Havers

Heimatverein Bardenberg : Würselener Treff mit Thomas Havers

Kirche, Sport, Politik und Heimat: „Sind sie eigentlich in allen Bardenberger Vereinen Mitglied?“, fragte Moderator Rolf Rüland augenzwinkernd den Vorsitzenden des Heimatvereins Bardenberg, Thomas Havers, beim „Würselener Treff“ im Kulturzentrum Altes Rathaus.

Dies verneinte der Interviewgast zwar, aber aktiv bzw. inaktives Mitglied ist der gebürtige Bardenberger dennoch in einer Vielzahl von Vereinen und Organisationen. Der wieder genesene Initiator des Würselener Treffs, Harald Gerling, freute sich über den Besuch der vielen Gäste.

Über 75 kurzweilige Minuten lang stand Havers bei dieser Veranstaltungsreihe der Senioren Union Würselen Rede und Antwort. Man lernte einen Menschen etwas näher kennen, der in seiner Freizeit fast „rund um die Uhr“ für die Vereine, vor allem für den Heimatverein Bardenberg und den Handballkreis Aachen/Düren, unterwegs ist. Viele Jahre war der gelernte Bankkaufmann Thomas Havers, Sohn des im Jahr 2015 verstorbenen langjährigen CDU-Stadtverordneten Karl Havers, aktiv im Kirchenvorstand der damals noch eigenständigen Kirchengemeinde St. Peter und Paul. Da er aus einer sehr politisch interessierten Familie stammt, engagiert sich der Christdemokrat Thomas Havers u.a. als Sachkundiger Bürger im Stadtrat.

Havers sei ein Vereinsmensch, „wie man ihn sich nur wünschen kann“, betonte Rolf Rüland. Seine Jugend verbrachte Thomas Havers in der Halle beim Handballspiel für den VfL Bardenberg. Schon früh begann er damit, Jugendmannschaften zu trainieren. Zwölf Jahre engagierte er sich in der Vorstandsarbeit des VfL, seit März 2007 ist er schließlich Vorsitzender des einflussreichen Handballkreises Aachen/Düren mit über 30 Handballvereinen. Als „Kenner der Handballszene“ lobte er die gute Vereinsarbeit der vier Handballvereine in Würselen. „Bei den Fusionen sind wir deutlich weiter als die Fußballvereine. Zumindest was die Jugend anbetrifft, haben wir alle vier Vereine unter einem Dach“. Die Fusion der Broichweidener Handball-Seniorenmannschaften zum „HC Weiden“ sei auch aus sportlichen Gesichtspunkten „der richtige Weg“. In diesem Zusammenhang sprach Havers Klartext: „Was denen jetzt fehlt ist eine neue Halle! Wenn man Gastmannschaften in die marode Halle Parkstraße einladen muss, da muss man sich schämen.“

Es gibt viele Baustellen, wo dringender Handlungsbedarf besteht. Hierzu zählt auch der Ausbau eines Stadtarchivs in Würselen. Hier zieht er mit dem Vorsitzenden der Geschichtswerkstatt Würselen, Achim Großmann, an einem Strang. Eine wahre Herzensangelegenheit ist für den Vorsitzenden des Heimatvereins Bardenberg die Sanierung der Alten Schule am Kaiser, dort, wo er als kleiner Junge zur Schule gegangen ist. Ende 2013 musste die ehemalige Schule, die seit 1982 als Unterkunft die Heimat vieler Bardenberger Vereine ist, wegen „Einsturzgefahr“ des Dachstuhls plötzlich geschlossen werden. „Die Vereine waren über Nacht heimatlos und mussten das Gebäude verlassen“. Es folgten umfangreiche Sanierungsarbeiten, im letzten Jahr wurde der Jugendtreff „Nautilus“ eröffnet, „aber die Vereine sind nach wie vor draußen“.

Nicht nur für Thomas Havers ist dies seit fast fünf Jahren ein unmöglicher Zustand. Aktuell gibt’s ein neues riesiges Problem: Wesentliche Teile sind von den Vereinen in Eigenleistung renoviert, jetzt ist das Geld ausgegangen. So muss auch noch eine Fläche von 600 bis 700 Quadratmeter gestrichen werden. Brandschutzfragen und die Nutzungsgenehmigung stehen noch aus. Havers zeigte sich eher skeptisch, ob das in diesem Jahr noch was wird, „wir kämpfen aber darum. Thomas Havers und seine Frau Birgit verreisen sehr gerne. Zu den Lieblingszielen zählen neben Nord- und Ostsee im Herbst vor allem Südtirol: „Dort fühlen wir uns sehr wohl. Das ist für uns Erholung pur!“ SU-Vorsitzender Hans Peter Drabent spendierte dem Gast als Dank für seine sehr offenen Worte zwei Eimer Farbe für die Alte Schule, damit es dort weiter vorangeht.

(ro)
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