Würselener Gymnasium hilft Obdachlosen

Würselener Gymnasium : Schüler wollen Obdachlosen helfen

Während dieser Tage die Außentemperaturen endlich wieder den Frühling ankündigen, haben Schüler des städtischen Gymnasiums Würselen ihren Fokus auf diejenigen gerichtet, die unter niedrigen Wintertemperaturen am ehesten leiden.

Im Oktober des letzten Jahres inspirierte die Jugendlichen der Jahrgangsstufe 12 eine Führung durch die Hauptstadt zu einem besonderen Projekt.

Ein ehemals Obdachloser hatte die Leitung der kleinen Exkursion übernommen – sein Schicksal und das zahlloser weiterer Hilfsbedürftigen wurde in aufgearbeitet und in ein Schulprojekt umgewandelt. Auf einem ersten Informationsabend für Eltern, Lehrer und Mitschüler stellten die Initiatoren ihre Ziele und Absichten vor. Der Projektname lautet „See something – Do something” (SSDS).

Obgleich das Projekt erst in den Kinderschuhen steckt, haben die verantwortlichen Schüler bereits beachtliche Erfolge erzielen können. Neben mehreren Spendensammlungen, bei denen nicht nur Geld, sondern auch eine große Menge an Kleidung und anderen Alltagsutensilien zusammengetragen werden konnte, packten die Teilnehmer auch vor Ort mit an: In Kooperation mit den „Kältehelfern” der Johanniter durften die Schüler bereits mehrere Male in Aachen warmes Essen und Kleidung an Obdachlose verteilen.

In intensiven Gesprächen bekamen sie einen Eindruck vom prekären Alltag der Obdachlosen im Grenzgebiet. Besonders berührten sie die Danksagungen der Hilfesuchenden, die sich sowohl über die materiellen als auch über die sozialen Zuwendungen sehr freuten.

Das Projekt solle in Zukunft auch in den Jugendwelten- und Pädagogikunterricht des Würselener Gymnasiums integriert werden, um eine langfristige Etablierung zu gewährleisten. Nach Angaben der Schüler soll eine dauerhafte und möglichst weitreichende Unterstützung für Obdachlose geboten werden. Oft würden diese nicht mehr als Teil der Gesellschaft wahrgenommen und lediglich als störendes Übel empfunden.

Besonders wichtig sei es in diesem Zusammenhang, das eine emotionale Hilfe für Betroffene mindestens genauso wichtig sei wie eine materielle Unterstützung. Neben ihrer ehrenamtlichen Arbeit wollen die Schüler auch Aufklärungsarbeit leisten – vielen Mitbürgern sei nicht bewusst, dass alleine Aachen zur Zeit etwa 600 Wohnungslose zähle.

Allein am Informationsabend wurden spontan 191 Euro an Projektspenden zusammengetragen. Bei Fragen oder eigenen Ideen zur Projektunterstützung kann die E-Mailadresse seesomethingdosomething@yahoo.com genutzt werden. Alternativ stehen Schüler und Schulleitung für Fragen zur Verfügung.

(yl)