Würselen: Würselener Aquana richtet regionale Meisterschaft im Rennrutschen aus

Würselen : Würselener Aquana richtet regionale Meisterschaft im Rennrutschen aus

Spannende Rennen gibt es in vielen Formen, sei es in Seifenkisten oder barfuß übers Stoppelfeld, mit Löffeln zu balancierenden Eiern und mit dem Rad über Hindernisse. Jetzt wird erstmals im Freizeitbad Aquana in Würselen am Samstag, 7. Juli, ein feuchtfröhliches Event der ganz besonderen Art geboten: Rennrutschen.

Dabei heißt es, die in der Halle installierte 75 Meter lange Wasserrutsche in möglichst kurzer Zeit zu absolvieren. Der Wettbewerb dauert von 14 bis 17 Uhr. Jeder Besucher des zu kommunalen Freizeitbades Aquana (also jeder, der ganz normal Eintritt bezahlt) kann in diesem Zeitraum dort an den Start gehen — die Teilnehmer müssen mindestens acht Jahre alt sein und schwimmen können.

Klarer Start-Ziel-Sieg für Florian: Unser Testrutscher ist Mitglied des Schwimmervereins Würselen. Seine besten Ergebnisse hat er bislang im Brustschwimmen erzielt, wie sagt. Auf dem Rücken die Wasserrutsche im Würselener Freizeitbad Aquana zu absolvieren, macht ihm nicht minder Spaß. Foto: Karl Stüber

Keine unlauteren Mittel

Andreas Müller vom Aquana-Team organisiert das Wasserrutschen-Rennen und fiebert der Premiere dieses Wettbewerbs in Würselen entgegen. Foto: Karl Stüber

„Unser Aufsichtspersonal wird die Teilnehmer vor dem Start in Augenschein nehmen“, sagt Geschäftsführer Claus Nürnberg. Das diene auch der eigenen Sicherheit. Deshalb ist eine Anmeldung online nicht möglich. Wer an dem Wettbewerb teilnehmen möchte, braucht sich an dem Tag nur am Auslauf der Rutsche beim Bademeister-Team zu melden und erhält eine Startnummer.

Allerdings wird es bei der Überprüfung nicht nur um die Frage der Schwimmfähigkeit und des Alters gehen, sondern auch um das Outfit (nackt rutschen ist verboten). Zudem wird mit Blick auf Fairplay gecheckt, ob unlautere Mittel eingesetzt werden sollen. Wer also meint, mit Hilfe von Folien oder „die Reibung vermindernde Substanzen wie Cremes oder Ölen“ schneller als andere durch die Röhre flutschen zu können, wird disqualifiziert.

Männer dürfen aber durchaus rasiert antreten, damit das Rutschen nicht haarig gebremst wird, betonen die Organisatoren. Gerutscht werden muss in Rückenlage oder Sitzposition mit den Füßen nach vorn, die aber nicht so aerodynamisch günstig sein dürfte. Andererseits wäre die Reibungsfläche geringer. Hier muss sich jeder entscheiden. Verboten ist das Rutschen auf Ellbogen, Knien oder dem Bauch. Auf einen Videobeweis, der nachträglich zu erbringen wäre, darf niemand hoffen.

„Die Entscheidungen des Kampfgerichts sind Tatsachenentscheidungen und nicht anfechtbar“, heißt es dazu unerbittlich im Regelwerk. Und wenn die Badehose reißt oder der Bikini aufgibt, darf keiner auf Regress hoffen, denn im Haftungsausschluss heißt es: „Es ist bekannt, dass häufiges Rutschen die Badekleidung stark beansprucht.“

Laut Andreas Müller, der für das Aquana-Team das Projekt Rennrutschen leitet, ist der Wettbewerb in drei Wettkampfklassen gegliedert: Herren, Damen und Kinder (acht bis 15 Jahren). Also können ganze Familien „in einem Rutsch“, aber jeder für sich an den Start gehen. Die Wasserrutscher absolvieren drei Rutschläufe, wobei die langsamste Zeit gestrichen wird. Die verbleibenden zwei Zeiten werden summiert. Sieger ist der Rutscher mit der geringsten Gesamtzeit. Alle weiteren Platzierungen werden nach aufsteigender Zeit sortiert, wie Müller erläutert.

Rund zwölf Sekunden dauert eine Rutschpartie, hat Aquana-Mitarbeiter Markus Carduck in Testläufen festgestellt. Laut Geschäftsführer Nürnberg wird die vorhandene Zeitnahme extra für das Rennrutschen technisch aufgerüstet. Die erzielten Ergebnisse werden an der Rutsche für jeden sichtbar projiziert und die Platzierung ständig aktualisiert, um die Sache spannend zu machen.

Die schnellsten drei Rutscher der jeweiligen Altersklassen erhalten laut Müller eine Medaille, eine Urkunde sowie weitere Preise. Und das Besondere: Die jeweils schnellsten zwei Teilnehmer der Wertungsklassen Herren und Damen qualifizieren sich für das große Finale am 24. November im Freizeitbad Vitamar in Bad Lauterberg. Denn der Wettbewerb in Würselen ist einer von mehreren regionalen Ausscheidungswettbewerben im Rahmen des 3. Deutschland-Cup im Rennrutschen.

Dieser Cup ist vom Deutschen Rennrutsch-Verband (DRV) initiiert. Die Sportart gibt es seit ungefähr 20 Jahren und hat ihren Ursprung in Deutschland. In Würselen gehen auch zwei Teams des Würselener Schwimmclub an den Start, „um unser Aquana zu unterstützen“, wie Geschäftsführer Michael Neumann sagt.

Er hat Nachwuchsschwimmer Florian (Name von Redaktion geändert) mitgebracht, der die Wasserrutsche sogleich intensiv testet. Zeitgleich mit dem Rutsch-Event findet im Aquana ein Familiennachmittag mit vielen Spielmöglichkeiten statt.