Würselen will „ordnungsbehördlichen Präsenzdienst“ einrichten

Eine Frage der Sicherheit : Würselen will „ordnungsbehördlichen Präsenzdienst“ einrichten

Die Stadt Würselen will ihr Ordnungsamt neu ausrichten. Ein sogenannter ordnungsbehördlicher Präsenzdienst ist geplant, der rund um die Uhr erreichbar wäre und nachts aus einem zweiköpfigen Team bestünde.

Die Stadt Würselen plant eine Neuorganisation ihres Ordnungsamts. Das Ziel besteht in der Aufstellung eines sogenannten ordnungsbehördlichen Präsenzdienstes, der rund um die Uhr erreichbar wäre und nachts aus einem zweiköpfigen Team bestünde. Dies erklärte der Beigeordnete Roger Nießen diese Woche auf Nachfrage unserer Zeitung.

Aktuell ist Würselens Ordnungsamt noch so organisiert, dass der eine Teil für den ruhenden Verkehr zuständig ist und der andere für die allgemeine Ordnung. Letzterer Teil ist jedoch personell „schwach besetzt“, wie Nießen erklärt. Dies sei insbesondere in den Abendstunden unbefriedigend und werde dem Sicherheitsbedürfnis der Menschen nicht gerecht. Daher soll die Zweiteilung der Aufgabengebiete aufgehoben werden. Die Verwaltung geht davon aus, dass sie überdies 3,3 neue Stellen schaffen und besetzen muss, um den Präsenzdienst verwirklichen zu können. Ferner würden eine Reihe an Fortbildungsmaßnahmen notwendig.

Die vielseitiger werdenden Aufgaben der Ordnungsämter sind auch in umliegenden Kommunen ein Thema. Mitunter wird durch das Engagement privater Sicherheitsdienste reagiert, die das Ordnungsamt punktuell unterstützen. Entsprechende Erfahrungswerte gibt es beispielsweise in Baesweiler und Übach-Palenberg. In Übach-Palenberg soll die nächtliche Präsenz sogar dauerhaft in private Hände gelegt werden. Der Vorteil besteht aus Sicht der Kommune in niedrigeren Kosten, der Nachteil darin, dass den Mitarbeitern der Sicherheitsdienste keine hoheitlichen Befugnisse übertragen werden können. Sollen etwa die Personalien eines Unruhestifters festgestellt werden, müssen eben doch das Ordnungsamt oder gleich die Polizei ran.

Als Vorbild für Würselen fungiert aktuell aber offenbar die Nachbarstadt Alsdorf. Dort hat man den Präsenzdienst schon vor Jahren eingeführt. „Wir stehen mit Alsdorf in engem Kontakt, die Erfahrungen dort sind positiv“, erklärt Beigeordneter Nießen. In den politischen Gremien wurde über das Thema bislang nur in nicht-öffentlicher Sitzung verhandelt. Die Idee ist bei der Politik laut Nießen aber „auf absolute Gegenliebe“ gestoßen. Auch in der Ratssitzung am Donnerstag, 11. April, 18 Uhr, steht sie wieder auf der Tagesordnung. Ob diesmal im öffentlichen oder wieder im nichtöffentlichen Teil debattiert wird, blieb im Vorfeld unklar.

(jpm)
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