Würselen: Grüne setzen sich mit Ausgleich am Kapellenfeldchen durch

Pappeln am Kapellenfeldchen : Wenn Krähen auf Kränen kauern

Die Stadt Würselen muss für Dutzende Pappeln ortsnahen Ausgleich schaffen. Das ist das eher unerwartete Ergebnis im Streit um die Rodungen am Kapellenfeldchen.

So richtig hatten die Grünen mit dem Erfolg wohl selbst nicht gerechnet. Doch am Ende der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses stand fest, dass sie sich mit ihrem Einsatz für die gerodeten Pappeln am Kapellenfeldchen durchgesetzt hatten. Die Stadt wird auf eigene Kosten einen ökologischen Ausgleich erbringen müssen.

Die Vorgeschichte hatte am dritten Januartag 2018 ein heftiger Sturm geschrieben, der in besagtem Wohngebiet für gravierende Schäden sorgte. Eine mehr als 30 Meter hohe Pappel stürzte um, weitere Pappeln verloren schwere Äste, die auf Häuser und Garagen fielen. Damit das nicht noch einmal passiert, wurden in der Folge Dutzende weitere Pappeln gefällt, was auch die Grünen nicht verhindern konnten. Mit ihrem Antrag auf ökologischen Ausgleich in „räumlichem Zusammenhang“, also in der Nähe wollten, sie sich vor allen Dingen um die vor Ort lebenden, geschützten Saatkrähen verdient machen.

Die Verwaltung empfahl dem Ausschuss, den Antrag abzulehnen. Dass die Stadt Neupflanzungen veranlasst oder gar finanziert, sei „nicht vertretbar oder gar notwendig“. Den Krähen könne man damit sowieso nicht helfen, denn es dauere 20 oder 30 Jahre, bis die Bäume auf eine entsprechende Größe kämen, wurde argumentiert. „Wir haben langfristig gedacht“, hielt Dr. Renate Knauf (Grüne) dem entgegen.

Der lebhafteste Beitrag stammte von Heinz Viehoff (SPD). Er schilderte, wie er vor wenigen Wochen vor Ort die Krähen beobachten konnte. Diese hätten allerdings nicht auf Pappeln gesessen, sondern wohl in Ermangelung derselben auf Baukränen. „Da frage ich mich: Wo sollen die Tiere denn hier noch hin in dem Laden?“, ereiferte er sich.

Ablehnung abgelehnt

Letztlich lag es auch an Viehoff, der gegen seine Genossen abstimmte, dass ein Patt entstand. Weil über den Verwaltungsantrag abgestimmt wurde, den Grünen-Antrag abzulehnen, ist dieser wiederum genehmigt.