Würselen: Gäste aus fünf Ländern am Städtischen Gymnasium

Städtisches Gymnasium Würselen : Zum vierten Mal beim Internationalen Preisträgerprogramm dabei

Die 17-jährige Aigerim aus Kasachstan ist über das internationale Preisträgerprogramm nach Würselen gekommen. Gäste aus fünf Ländern waren dieses Jahr zu Besuch.

Sie wirken einander so vertraut, dass man sie fast für Schwestern halten könnte. Auch wenn sie sich über so alltägliche Dinge austauschen wie den Ladezustand des Handyakkus. Aigerim Tussapova und Jana-Marie Zenner haben sich gesucht und gefunden.

Die 17-jährige Aigerim kommt aus Kasachstan und ist über das internationale Preisträgerprogramm für einen Monat nach Deutschland gekommen. Mit diesem Programm fördert das Auswärtige Amt in Zusammenarbeit mit dem koordinierenden Pädagogischen Austauschdienst (PAD) jährlich rund 500 Schüler aus 90 Staaten, die sich im Fach Deutsch besonders ausgezeichnet haben. Sie werden als Preisträger zu einem Aufenthalt nach Deutschland eingeladen. Dazu zählen internationale Gruppen in Köln, Bonn, Berlin und München mit mehrtägigem Studienprogramm, aber vor allem ein 14-tägiger Aufenthalt in einer Gastfamilie, Besuch des örtlichen Gymnasiums inklusive. So kam Aigerim nach Würselen, denn das Städtische Gymnasium ist eine von bundesweit nur 36 Schulen, die sich beteiligen, inzwischen zum vierten Mal.

In Kasachstan lernt Aigerim an einer Privatschule seit sieben Jahren Deutsch. Eine große Ausnahme, denn in ganz Kasachstan gibt es nur sechs deutschsprachige Schulen. Fünfmal war Aigerim bereits im Sommer mit Schülergruppen in Berlin – was ihr fast das Preisträgerprogramm verhagelt hätte. Denn mit dem Programm sollen primär junge Leute gefördert werden, die sich sozial engagieren – hier konnte Aigerim punkten, weil sie eine ziemlich aktive junge Frau ist. Allerdings sollen auch hauptsächlich 15- bis 17-Jährige von dem Programm profitieren, die bisher noch nicht in Deutschland waren.

Doch Aigerim ist ein Glückskind. Kurzfristig wurde ein Ersatz gesucht, und sie zog das große Los. Nicht nur in Form des Preisträgerprogramms an sich, sondern auch in Person ihrer Gastschwester Jana-Marie. „Ich bin von meinem Lehrer Herrn Azarvan angesprochen worden, ob das nichts für mich wäre. Dann habe ich mir von mehreren Auswahlbögen eine Gastschwester aussuchen dürfen und habe Aigerim gewählt.“

Jana-Marie Zenner (links) ist Schülersprecherin des Städtischen Gymnasiums. Mit ihrer Gastschülerin Aigerim Tussupova aus Kasachstan will sie auf jeden Fall in Kontakt bleiben. Foto: dag/Dagmar Meyer-Roeger

Jana-Marie ist selbst ein aktiver Mensch, sie ist Schülersprecherin des Gymnasiums und hatte sofort den Plan, ihrer Besucherin nicht nur unseren Westzipfel, sondern auch das Dreiländereck zu zeigen. „Wir waren in Aachen und haben uns die Sehenswürdigkeiten angeschaut, in Maastricht, am Dreiländereck und am Indemann.“ „Da haben wir ins Loch geschaut“, ergänzt Aigerim und lacht.

Prädikat: „wertvoll“

Sie findet an unserer Region am beeindruckendsten, dass alles so grün ist. Und die Menschen findet sie auch prima. Jana-Maries Freundeskreis erhielt sofort das Prädikat „wertvoll“. Nun startet die junge Kasachin durch nach Berlin. Was sie für Berufspläne hat? „Vielleicht Psychologie“ möchte sie studieren, erklärt sie. Jana-Marie hat eher Jura ins Auge gefasst.

Die Verbindung zwischen den beiden jungen Frauen soll auf jeden Fall nicht abbrechen. Dafür verstehen sie sich einfach viel zu gut, mit und ohne Worte.

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