Würselen: Bau der Gesamtschule erfolgreich beendet

Schlüssel übergeben : Bau der Gesamtschule in Würselen erfolgreich beendet

Die Schlüssel der Gesamtschule in Würselen sind an die Stadt übergeben worden, nun wird möbliert. Kommen noch mehr öffentlich-private Partnerschaften?

Viel zufriedener könnte der Vater gar nicht klingen. „Eine geile Schule“, sagt er und lässt den Blick schweifen. Und erklärt mit sehr zufriedenem Tonfall: „Hier geht meine Tochter bald hin.“ Dann zieht er unverrichteter Dinge wieder ab, denn das Sekretariat ist, anders als vermutet, doch noch nicht in das
Gesamtschulgebäude in der Würselener Krottstraße eingezogen, so funkelnagelneu und fertig dieses auch aussehen mag.

Wäre auch ein bisschen viel verlangt, denn die Abnahme hat erst vergangene Woche Freitag stattgefunden. Weil bis auf minimale Mängel – eine Fußleiste mit zu viel Bewegungsfreiheit hier, ein Fleck auf dem Laminat da – alles in bester Ordnung war, konnte am Ende des Ortstermins der Schlüssel an den Ersten und Technischen Beigeordneten der Stadt Würselen, Till von Hoegen, übergeben werden.

Am Ende der Entstehungsgeschichte der neuen Würselener Gesamtschule steht nicht einfach nur die neue Würselener Gesamtschule. Der Prozess könnte auch zur Blaupause für zukünftige Großprojekte der Stadt werden. Denn bekanntlich wurde das Gebäude im Rahmen einer sogenannten Öffentlich-privaten Partnerschaft geschaffen. Diese sieht vor, dass die Stadt dem ausführenden Unternehmen, der Firma Goldbeck, die Liegenschaft für letztlich 25,7 Millionen Euro abkauft. Das Vertragswerk sieht ferner vor, dass Goldbeck für 30 Jahre Betrieb und Instandhaltung der Gesamtschule verantwortet, vor Ort vertreten durch einen Hausmeister. Einen weiteren Hausmeister stellt die Stadt, seine Zuständigkeit wird etwa im Winderdienst und der Betreuung von Abendveranstaltungen bestehen.

Jetzt kommen die Möbelpacker: Tausende Tische und Stühle werden dieser Tage angeliefert und ins Gebäude geschleppt. Foto: Jan Mönch

Würselen ist eine solche Partnerschaft zum ersten Mal eingegangen, und wenn es nach dem Beigeordneten von Hoegen geht, war es nicht die letzte. Das Modell eigne sich besonders bei Gebäuden, bei denen Funktionalität und Wirtschaftlichkeit im Vordergrund stehen sollen und nicht so sehr eine besonders spektakuläre Architektur. Als Projekt, das für eine Öffentlich-private Partnerschaft in Frage käme, nennt von Hoegen das Broichweidener Sportzentrum. „Der große Vorteil an einer Öffentlich-privaten Partnerschaft besteht in einer Minimierung der Risiken“, sagt Till von Hoegen. Doch er schränkt auch ein: „Sie ist aber nicht auf alles die richtige Antwort. Sie lohnt sich sowieso erst ab einer bestimmten Preisklasse.“

Eröffnungsfeier am 29. August

Am Montagvormittag, als schon erste Eltern das Sekretariat aufsuchen wollten, rollten nach und nach die Umzugswagen an. Wer schon immer mal Schulmobiliar ohne Eddingschmierereien sehen wollte, hat dazu noch mindestens bis zum ersten Schultag, der am Mittwoch, 28. August, sein wird, Gelegenheit. Rund 2500 Stühle und 1300 Tische werden zurzeit angeliefert, außerdem um die 300 Schränke, 40 Regale und 400 Essenssets. Tafeln gibt es nur noch eine, und zwar im Musikraum: Der Musiklehrer wollte auf sie nicht verzichten. Auf die übrigen Unterrichtsräume werden 40 interaktive Beamer und elf Großdisplays verteilt.

Innen verfügt die Gesamtschule über allerlei moderne Ausstattung für zeitgemäßen Unterricht. Außen springen eher die Klassiker ins Auge: Tischtennisplatte, Basketballkorb, Kletterwand. Der kleine Kunstrasenplatz fehlt noch. Foto: Jan Mönch

Auch auf den Außenanlagen ist viel zu tun. Tischtennisplatten, Basketballkorb und Kletterwand stehen schon wie aus dem Ei gepellt da und warten auf die ersten jungen Nutzer. Der Kunstrasenplatz wird in den kommenden Wochen entstehen, alldieweil echte Grashalme sich hier und da den Weg ans Tageslicht suchen. Bäume werden erst im Winter gepflanzt. Bis dahin soll auch der Aushub entsorgt worden sein, in dem alte Bremsscheiben von Lokomotiven und weitere Altlasten des Eisenbahndepots schlummern, das früher an der Krottstraße betrieben wurde.

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