Würselen: ADFC begrüßt Pläne der Stadt nach tödlichem Unfall

ADFC warnt : „Es müssen nicht erst schwere Unfälle passieren“

Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) Aachen begrüßt den Plan der Stadt Würselen, den Knotenpunkt 78 des städteregionalen Radroutennetzes sicherer zu gestalten. Dort war kürzlich ein junger Radfahrer ums Leben gekommen.

Der 19-Jährige aus Würselen war in der Nacht zum 21. September von einem betrunkenen Autofahrer angefahren worden, er erlitt schwerste Verletzungen. Statt sich um den Sterbenden zu kümmern, schleppte der Unfallfahrer zusammen mit einem Bekannten seinen nicht mehr fahrfähigen Wagen ab. Als Helfer den 19-Jährigen fanden, war es zu spät. Die Männer müssen sich nun vor Gericht verantworten.

Nun will die Stadt Würselen die Unfallstelle umbauen. Laut ADFC war sie Radfahrern schon länger ein Dorn im Auge gewesen, unter anderem weil dort zwei Trafostationen, die unmittelbar an der Kreuzung der auf einem Wirtschaftsweg verlaufenden Radroute und der Endstraße aufgestellt sind, eine massive Sichtbehinderung darstellen. Der Erste Beigeordnete der Stadt Würselen, Till von Hoegen, hatte auf Nachfrage unserer Zeitung angekündigt, entschärfende Maßnahmen prüfen und unter anderem ein „Sichtdreieck“ am Knotenpunkt herstellen zu wollen.

„Dabei kann es nicht bleiben“, sagt Benedikt Haumer, Vorstandsmitglied des ADFC Aachen, denn im Gebiet der Stadt Würselen wie auch an vielen weiteren Stellen in der Städteregion Aachen gebe es für den Radverkehr wichtige Straßenabschnitte außerhalb der Ortslagen, „welche derzeit keine baulich getrennten Radverkehrsanlagen oder Fußwege aufweisen und mit keinerlei Begrenzung der zulässigen Geschwindigkeit belegt sind“.

Haumer: „Es müssen nicht erst schwere Unfälle passieren, bevor die zuständigen Straßenverkehrsbehörden reagieren, sondern man sollte Meldungen von Bürgern zu Gefahrenpunkten endlich ernst nehmen und Missstände kurzfristig beseitigen.“

Daher fordert der ADFC Aachen die Kommunen, die Städteregion Aachen und den Landesbetrieb Straßen NRW auf, bei Straßen außerhalb der geschlossenen Ortslage ohne Radverkehrsanlage und Gehwege sofort eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 70 km/h einzuführen, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Dies decke  sich mit einer Forderung des ADFC-Bundesverbands im Rahmen der geplanten Novellierung der Straßenverkehrsordnung.

Für den „besseren Feldweg“ zwischen Linden-Neusen und Sankt Jöris fordert der ADFC Aachen Tempo 30, „da sich dort zwei Wege des Radverkehrsnetzes NRW kreuzen und die Straße baulich in einem extrem schlechten Zustand ist“. Bislang ist dort, zwischen den beiden Ortschaften, Tempo 100 erlaubt.

Weiterhin, so der ADFC, stelle die Endstraße eine wichtige Verbindung zum Pendlerbahnhof Eschweiler-St. Jöris auch für Fußgänger dar, und eine Geschwindigkeitsreduzierung komme auch diesen Verkehrsteilnehmern zugute.

Gleichzeitig müsse der Schleichverkehr auf den umliegenden Wirtschaftswegen unterbunden werden: „Gerade dort liegen unter anderem die Schulwege von radfahrenden Kindern“, so Haumer. „Sollten die Wege dennoch weiter befahren werden, müssen fahrrad- und fußgängerfreundliche bauliche Hindernisse für Sicherheit sorgen und gleichzeitig den landwirtschaftlichen Verkehr ermöglichen.“

Eine Intensivierung der Verkehrsüberwachung durch die Kommunen und die Polizei Aachen sei in jedem Falle dringend notwendig, so der ADFC.

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