Talentscouting-Programm am Gymnasium Würselen

Talentscouting-Programm : Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten

Elena Barcan ist Schülerin der 11. Klasse im Würselener Gymnasium. Sie ist eine von bisher 14 Schülern, die gemeinsam mit Talentscout Daniela Möller Talente entdecken. Die kommt zum Gymnasium, um Schüler zu beraten und zu fördern.

„Was mache ich nach meinem Abitur? Meine Mutter, mein Vater, mein Bruder, mein Freund: Alle haben andere Erwartungen an mich. Ich fühlte mich von diesen Erwartungen sehr unter Druck gesetzt. Jetzt weiß ich, dass ich glücklich sein muss.“ Elena Barcan ist Schülerin der 11. Klasse im Würselener Gymnasium. Sie ist eine von bisher 14 Schülern, die gemeinsam mit Talentscout Daniela Möller Talente entdecken. Die kommt zum Gymnasium, um Schüler zu beraten und zu fördern. Seit vier Monaten nimmt die Schule am Talentscouting-Programm des Landes Nordrhein-Westfalen teil und kooperiert dazu mit RWTH und FH Aachen. Ein jetzt unterschriebener Talentscouting Kooperationsvertrag besiegelt die Zusammenarbeit solange, wie Gelder vom Land fließen.

Was macht ein Talentscout? In Einzelgesprächen werden berufliche Interessen und Stärken der Schüler, Visionen für die Zukunft entdeckt, „aber vor allem wird auf das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten ausgebaut“, erklärt Talentscout Möller, die verlässlich einmal im Monat auf die Talente in der Schule wartet. „Für Fragen stehe ich aber immer zur Verfügung“, erklärt Daniela Möller, die eine freundschaftliche Beziehung zu den Schülern pflegt.

„In Deutschland entscheiden oftmals nicht Talente über den Bildungsweg, sondern die familiären Hintergründe. Deshalb ist ein zentrales Ziel des Programms, jungen Menschen gleiche Bildungschancen zu ermöglichen – unabhängig vom Einkommen, Bildungsstand oder dem Nachname der Eltern“, weiß Daniela Möller. Sie unterstützt talentierte Jugendliche, sich ein Studium oder eine Berufsausbildung zuzutrauen und unterstützt sie auf dem Weg.

„Ich hatte vor dem ersten Gespräch mit Daniela viele Berufsziele“, zählt Jeffrey Koedooder aus der 11. Klasse auf: „Ich wollte Geologe werden, Innenarchitekt, Architekt, ich wollte zum Technischen Hilfswerk oder irgendwas mit Betriebslehre machen. Außerdem ist mir Nachhaltigkeit in Bezug auf unsere Umwelt wichtig.“ Der Talentscout machte gemeinsam mit diesem Talent eine Tabelle mit Berufsrichtungen und dann passierte etwas Ungeahntes: „Ich lernte das Rettungsingenieurwesen kennen. Dabei geht es um Katastrophenschutz und ich denke, dass das genau der Beruf ist, den ich nach dem Abitur anstrebe“, sagt der Schüler.

Das Talentscouting-Programm ist länger angelegt. „Wir haben schon ein Talent Netzwerk Treffen ins Leben gerufen“, erzählt Daniela Möller. „Dabei können sich die Schüler austauschen, sie können Fragen stellen, aber auch Vorbilder treffen.“

Schulleiter Frank-Michael Becker ist von diesem Programm begeistert: „Wir haben während des Unterrichts keine Zeit, um diese Persönlichkeitsentwicklung den Schülern anzubieten. Mit diesem Programm gewinnt unsere gute Studienberatung noch an Klasse.“

(ny)
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