Roland Migende besucht Würselen Stadtwald

Roland Migende : Förster im Ruhestand behält „seinen“ Stadtwald im Blick

In seinen 39 Dienstjahren hat Forstamtsrat a.D. Roland Migende dem Würselener Stadtwald sein heutiges Gesicht gegeben, der Wald zwischen Würselen, Aachen und Stolberg ist sein Lebenswerk.

Niemals geht man so ganz, diese Aussage der Sängerin und Schauspielerin Trude Heer, bewegt den 36 Jahre lang im Stadtwald Würselen und weitere Waldungen in der Städteregion Aachen verantwortlichen Forstamtsrat a.D. Roland Migende, auch 16 Jahre seit Eintritt in den Ruhestand immer noch.

Roland Migende erinnert sich: „Kurze Zeit nach meinem Dienstantritt im Stadtwald Würselen im Jahre 1968 stand ich vor der gewaltigen Aufgabe, eine sehr große mit der Baumart Fichten bewachsene Fläche in dem Waldteil Schwarzenbruch zwischen Bayerhaus und Schwarzenbruch zu räumen.“ Diese Altfichten seien noch vom Krieg her stark mit Granatsplittern behaftet gewesen. Weil die Automatisierung in den Sägewerken rasant voranschritt, sei abzusehen gewesen, wann diese Fichten nicht mehr hätten verkauft werden können.

Für die Wiederaufforstung dieser erheblichen Fläche habe man sich nach Absprache mit dem Forstplanungsamt für die Baumart Douglasie entschieden. „Durch den damaligen extrem hohen Wildkaninchenbestand und den sehr hohen Brombeerenwuchs konnten die fünfjährigen Douglasienpflanzen nur durch aufwendigen Schutz mit Drahtmanschetten zum Wachstum gebracht werden. Kritik an der Baumartenwahl und den Schwierigkeiten beim Anwuchs, verbunden mit den erhöhen Kosten für die Sicherung des Anwuchses blieben zwar nicht aus, hielten sich aber in Grenzen“, erinnert sich Migende.

Es vergehe kaum ein Tag, an dem nicht in den Medien über den katastrophalen Zustand der Baumart Fichte, verursacht durch Trocknis und den damit verbundenen Borkenkäferbefall berichtet werde, sagte Migende. Gleichzeitig werde aber auch erwähnt, dass die Baumart Douglasie, mit den gegebenen Verhältnissen besser fertig werde.

Diese Aussage ließ Roland Migende keine Ruhe und er fuhr nach Würselen. Bei der Besichtigung der Douglasienanbaufläche im Stadtwald stellte er einen guten Zustand fest. Im Versuch bis dahin unbekannte Baumarten im Experiment anzubauen, pflanzte Migende damals auch je ein Exemplar der Balsamtanne, Koloradotanne und Küstentanne. Jetzt stellte er fest: „Die Exemplare dieser drei Baumarten überragten nach einer Lebenszeit von rund 50 Jahren die Douglasien hinsichtlich Vitalität und Stärke.“

(fs)