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Perfide Masche: Polizei warnt vor Trickbetrügern im Nordkreis

Perfide Masche : Polizei warnt vor Trickbetrügern im Nordkreis

Nach etlichen Versuchen und mehreren vollendeten Taten in den vergangenen Tagen warnt die Polizei nun vor Trickbetrügern im Nordkreis. Mit dabei war auch eine perfide Masche mit Corona-Hintergrund.

Der jüngste Fall ist gerade einen Tag alt und geschah in Baesweiler. Trickbetrüger versuchten mit einem Schockanruf, Beute zu machen. Die Masche, mit der sie an Geld und Wertgegenstände ihrer meist älteren Opfer kommen wollen, hat einen aktuellen Hintergrund: die Corona-Pandemie. Die Polizei sieht aktuell eine Welle dieser Betrugsversuche über den Nordkreis rollen und bittet die Bevölkerung um Vorsicht und darum, alle Versuche anzuzeigen.

Die Masche ist perfide: Anrufer geben sich als Mediziner oder Mitarbeiter einer Klinik aus. Sie behaupten, ein naher Angehöriger des ins Visier geratenen Opfers liege mit einer Corona-Infektion auf der Intensivstation und müsse beatmet werden. Es gebe jedoch ein Medikament, dass Rettung verspricht. Allerdings sei das in Deutschland noch nicht zugelassen und werde von den Krankenkassen nicht bezahlt. So soll das Opfer dazu gebracht werden, für die vermeintliche Rettung des Angehörigen tief in die Tasche zu greifen. Geforderte Beträge bewegen sich nicht selten im Bereich um 30.000 Euro.

Glücklicherweise blieb es im jüngsten Fall aus Baesweiler beim Versuch. Nicht so vor wenigen Tagen in Würselen. Dort hat eine Bande mit der beschriebenen Masche ihr Opfer übers Ohr gehauen und einen mittleren fünfstelligen Betrag erbeutet. Die Fälle zeigen laut Polizei, dass eine oder mehrere Betrügerbanden im Nordkreis aktuell sehr aktiv sind. Sie appelliert an die Bevölkerung, Bekannte und Angehörige über die Betrugsmasche zu informieren und sich – sollten solche Anrufe eingegangen sein – sofort bei der Polizei zu melden.

Trickdiebstahl auf offener Straße

In den vergangenen Tagen kam es im Nordkreis darüber hinaus vermehrt zu Trickdiebstählen. In Würselen verwickelte eine Tatverdächtige ihr 63-jähriges Opfer an der Wohnungstür in ein Gespräch und verschaffte sich Zutritt zur Wohnung. Sie redete permanent auf die Geschädigte ein, entwendete eine Schmuckkiste und flüchtete anschließend.

In weiteren Fällen verwickelte eine Tatverdächtige in Alsdorf die Geschädigten auf der Straße in ein Gespräch. Unter einem Vorwand übergaben die Opfer der Tatverdächtigen ihren Wohnungsschlüssel und erhielten kurze Zeit später einen anderen Schlüssel zurück, was diese zunächst jedoch nicht bemerkten. Erst zurück zu Hause stellten die Opfer fest, dass der zurückgegebene Schlüssel nicht mehr passt und die Wohnungen durchsucht wurden.

In diesem Zusammenhang sucht die Polizei nach einer Frau. Sie ist 25 bis 30 Jahre alt, trägt schwarze nach hinten gekämmte Haare, ist circa 160 bis 165 cm groß und hat dunkle Augen sowie einen dunklen Teint. Sie war bekleidet mit einer schwarzen Jacke und einer hellen Hose. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Hinweise bitte an die Kripo unter der Telefonnummer 0241/9577-31401 oder 0241/9577-34210 (außerhalb der Bürozeiten).