Interview mit Hans Sinken und Harald Matthäus vom Kommittee Würselen Karneval

Interview mit dem Präsidenten des KWK : Nach der Session in die zweite Reihe

Nach der Session treten sie in die „zweite Reihe“. Markus Roß spricht mit Hans Sinken und Harald Matthäus über das Erreichte und die Erwartungen für die Zukunft des Würselener Karnevals.

Bereits vor der Session haben Sie angekündigt, dass dies ihre letzte Session an der Spitze des Komitees ist. Bleibt es bei dieser Entscheidung?

Hans Sinken: Ja, das ist richtig, wir werden uns mit Abschluss der Wahlperiode Ende April 2019 nicht mehr neu zur Wahl stellen und dann gerne in die zweite Reihe treten.

Harald Matthäus: Bereits Ende Februar 2018 haben wir den Vorstand des KWK darüber informiert, dass wir uns entschlossen haben, zusammen mit unseren beiden langjährigen Schatzmeistern Ludwig Bremen und Reinhold Schmidt des Komitees nicht mehr zu kandidieren. Nach 40 beziehungsweise 30 Jahren an der Spitze, in Führungsämtern im Vereinskarneval und jetzt im KWK ist es für uns Zeit einen Schritt zur Seite gehen, um jüngeren Menschen den Weg zu bereiten für neue kreative Ideen und Taten.

Herr Sinken, wie sieht denn Ihre Bilanz am Ende ihrer Präsidentschaft aus?

Hans Sinken: Sehr positiv und zu meiner vollsten Zufriedenheit. Anfangs habe ich „KWK“ immer gerne frotzelnd buchstabiert „Keiner will kandidieren“. Das galt sowohl für das jahrelang verwaiste Präsidentenamt als auch für die anderen Vorstandsämter. Das wird heute gerne vergessen. Heute sehen Förderpartner, die meisten Mitgliedsvereine und kundige Karnevalsfreunde das Komitee Würselener Karneval als eine gut aufgestellte Dachorganisation. Von Anfang an hatten wir eine komplette Vorstandsmannschaft im Einsatz. Zudem konnten wir weitere aktive und inaktive Konsulinnen und Konsuln sowie Förderer und Wegbegleiter gewinnen. Das Komitee ist heute finanziell sehr gut aufgestellt. Unsere Einnahmen sind wiederkehrend kalkulierbar, was wiederum eine beruhigende Planungssicherheit in der Förderung der Tollitäten und der Vereine mit sich bringt.

Harald Matthäus: Der Vorstand wurde verkleinert und eine moderne Satzung mit hilfreichen, praktikablen Nebenordnungen waren sozusagen die neue Software, an der wir uns immer orientieren, wenn es darum geht Tradition und Neuland auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen.

Was meinen Sie damit konkret, Herr Matthäus?

Harald Matthäus: Zum Beispiel kamen in der Vergangenheit die Tollitäten aus den Reihen der KG Au Ülle oder des 1. WKV. Als da die Kandidaten ausblieben, wurde es notwendig, das Komitee und die anderen Mitgliedsvereine als weitere Ansprechpartner für mögliche Kandidaten zu öffnen. Schließlich sollte Würselen kein zweites Mal ohne Prinzen bleiben wie in der Session 2012. Heute kann jede Interessentin und jeder Interessent sich beim Komitee und auch bei allen Mitgliedsvereinen als Prinz, Prinzessin oder Dreigestirn bewerben. Gleichzeitig haben die Ortsteile Weiden, Linden-Neusen und Bardenberg nach wie vor die Möglichkeit, ihre Ortsteil-Tollitäten zu proklamieren, aber eben auch die Möglichkeit, die Tollität der Stadt Würselen zu nominieren und zur Wahl zu bringen.

Was bedeutet für Sie der große Tulpensonntagszug von Bardenberg nach Würselen Mitte?

Hans Sinken: Es ist uns gelungen, diesen Umzug zeitlich mit dem Abmarsch um 12.30 Uhr so zu organisieren, dass er in der Zuschauergunst deutlich zugenommen hat. Außerdem können sich nun alle Karnevalsgesellschaften Würselens gemeinsam auf den Weg machen. Das ist uns eine besondere Freude. Unsere Zugleiter um Uwe Tholen leisten hervorragende Arbeit in Punkto Sicherheit und Ablauf in Zusammenarbeit mit den Rettungsdiensten des DRK, der Freiwilligen Feuerwehr, dem Ordnungsamt und den Ordnungskräften des Komitees zum Beispiel als Wagenengel oder Schilderträger und vieles mehr. Und anschließend gilt auch in Linden-Neusen und Weiden ab 15 Uhr auch noch: „Dor Zoch kütt!“ Sie sehen also, wir sagen lieber „sowohl als auch“ und nicht „entweder oder“ im Sinne eines gesamtstädtischen guten Karnevals.

Herr Matthäus, wenn Sie den Karneval in Würselen Revue passieren lassen und einen Wunsch in die Zukunft für das KWK oder den gesamtstädtischen Karneval projizieren, welche Gedanken kommen ihnen dann als erstes?

Harald Matthäus: Als erstes, da sind wir uns alle im Vorstand einig, würden wir uns wünschen, moderne Lokalitäten in unserer Stadt zu haben, die es Ehrenamtlern wie wir alle es sind, möglich machen, auch im Vergleich zum professionellen Eventveranstalter wettbewerbsfähig zu sein. Gleichzeitig würden wir uns freuen, wenn die Bevölkerung den Karneval vor Ort, also am Wohnort wieder mehr entdeckt und durch Besuche so würdigt, dass wir stets Tollitäten, Tanzgruppen, Musiker, Kapellen und Redner aus den eignen Reihen mit Vorrang aufbauen und präsentieren können. Eben halt Wöschelter Karneval noch mehr aufs Schild heben zu können und den Propheten im eigenen Lande wieder mehr schätzen.

Hans Sinken: Ich schließe mich diesen Gedanken gerne an.

(ro)
Mehr von Aachener Nachrichten