Hilfseinsatz der Johanniter in Mosambik

Johanniter : Der Würselener Gregor Hoppe war beim Hilfseinsatz in Mosambik

Helfer der Johanniter waren seit Anfang April in Mosambik im Einsatz, um in der vom Wirbelsturm Idai betroffenen Region medizinische Hilfe zu leisten. Insgesamt haben die Johanniter vier Wochen lang medizinische Hilfe für die vom Wirbelsturm betroffene Bevölkerung geleistet.

Das rein ehrenamtliche Team bestand aus Ärzten, Notfallsanitätern bzw. Rettungsassistenten und Logistikern sowie einem Experten für psychosoziale Betreuung. Einer der Helfer ist Gregor Hoppe, ehrenamtlicher Soforthelfer der Johanniter. Der 25-Jährige aus Würselen hat das Team als Logistiker und stellvertretender Teamleiter unterstützt.

Der Student berichtet von seinen Eindrücken: „Wir konnten vielen Menschen vor Ort ganz konkret helfen, ihnen aber auch zeigen, dass sie nicht vergessen und verloren sind. Wir haben Hoffnung gebracht – jetzt muss die langfristige Arbeit weitergehen.“

Das Johanniter-Team war in Grudja im Einsatz, einer ländlichen Gemeinde rund 90 Kilometer westlich der Hafenstadt Beira, einer der am stärksten durch den Wirbelsturm betroffenen Regionen. Im Einzugsgebiet von Grudja leben rund 17.000 Menschen. Der Zyklon Idai hatte neben Häusern und Ernten auch das lokale Gesundheitszentrum zerstört. Eine medizinische Versorgung war seit Idai daher nicht mehr möglich.

Die Johanniter betrieben seitdem die Gesundheitsstation und unternahmen von ihrem Basislager in Grudja aus medizinische Versorgungs-Touren in die Region. Das Team behandelte rund 50 Patienten am Tag, rund die Hälfte davon Kinder. Die häufigsten Krankheitsbilder waren Malaria sowie Atemwegs- und Durchfallerkrankungen. Insgesamt haben die Johanniter 842 Menschen in der Region basismedizinisch versorgt. Es war der erste Einsatz der Johanniter als zertifiziertes Nothilfeteam durch die Weltgesundheitsorganisation.

Parallel startet die Johanniter-Auslandshilfe langfristige Projekte in der Region, um die Bevölkerung auch in Zukunft zu unterstützen. Aktuell werden in der Provinz Manica, die ebenfalls stark vom Wirbelsturm getroffen wurde, Saatgut an mehr als 2500 Menschen verteilt. In einer weiteren Aktion werden Hygieneartikel wie Seife und Eimer sowie Moskitonetze ausgegeben.

Durch den Wirbelsturm Idai sind laut UN-Angaben rund 1,85 Millionen Menschen in der Region auf humanitäre Hilfe angewiesen. Der Sturm hat über 600 Menschenleben gekostet und fast 60.000 Häuser unbewohnbar gemacht. Krankheiten wie Cholera sind bereits ausgebrochen. Zudem wurden über 600.000 Hektar Ernten zerstört, was die Versorgung mit ausreichend Nahrungsmitteln in den kommenden Monaten gefährdet.

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