Für ein starkes Europa in Frieden

Gedenkveranstaltung in Würselen : Für ein starkes Europa in Frieden

Genau 74 Jahre nach Ende des zweiten Weltkriegs veranstaltete das Gymnasium der Stadt Würselen mit Unterstützung des Arbeitskreises „Kein Vergessen“ wieder die Gedenkveranstaltung zum Ende des Zweiten Weltkriegs und zur Befreiung Deutschlands von der NS-Diktatur am Mahnmal der VVN an der Bahnhofstraße/Ecke Nordstraße durch.

„Nachbarn in Europa: früher Feinde – heute Freunde“. Das freie und friedliche Europa ist in Gefahr. Genau 74 Jahre nach Ende des zweiten Weltkriegs veranstaltete das Gymnasium der Stadt Würselen mit Unterstützung des Arbeitskreises „Kein Vergessen“ wieder die Gedenkveranstaltung zum Ende des Zweiten Weltkriegs und zur Befreiung Deutschlands von der NS-Diktatur am Mahnmal der VVN an der Bahnhofstraße/Ecke Nordstraße durch.

Die interessanten Ergebnisse ihrer Untersuchungen präsentierten die jungen Leute vor dem VVN-Denkmal in kurzen Beiträgen. Gerade so kurz vor der politisch so wichtigen Europawahl ist das Thema von besonderer Bedeutung. Dies sieht auch Bürgermeister Arno Nelles so, der sich erfreut über das Engagement der Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums zeigte. Mit dem Gedenkveranstaltung zum 8. Mai werde nicht nur an die schrecklichen Gräueltaten der beiden Weltkriege erinnert, sondern auch ein Versprechen für die Zukunft gegeben: „Nie wieder Krieg!“ Nelles warb mit Nachdruck für die europäische Idee: „Das Europa, das wir heute haben ist zwar nicht perfekt, diese Form des Zusammenlebens zwischen Menschen hat es in Europa aber noch nie gegeben.“ Der Brexit habe gezeigt: „Man muss für Europa kämpfen! Wir dürfen uns nicht von den Trumps oder Erdogans dieser Welt dieses Erfolgsmodell kaputtmachen lassen“, sagte Nelles, verbunden mit dem ausdrücklichen Dank an die Schüler und Verantwortlichen des Gymnasiums, das Thema Europa in den Mittelpunkt der Gedenkveranstaltung zu stellen.

Carina Asikan, die gemeinsam mit ihrem Kollegen Günter Dieterich und einem Team von Pädagogen die Gedenkfeier thematisch und inhaltlich vorbereitet hatte, moderierte die Veranstaltung. Die vier neunten Klassen haben sich mit vier der Nachbarstaaten Deutschlands beschäftigt, und sie haben erarbeitet, wie unterschiedlich sich deren Verhältnis zu Deutschland im 20. Jahrhundert ausgestaltet hat – jeweils überschattet natürlich durch den Zweiten Weltkrieg. Konkret ging es um die Nachbarstaaten Niederlande, Belgien, Frankreich und Polen. Dieterich: „Der Fokus lag dabei ganz bewusst nicht allein auf der belasteten Vergangenheit, sondern es wird auch deutlich, was Positives erreicht worden ist und wie wir unsere gemeinsame Zukunft in Frieden gestalten können.“

Die interessanten Schülerbeiträge hatten dabei unterschiedliche Formen: Die 9c präsentierte ein fiktives Gespräch zwischen bi-nationalen Ehepartnern (NL), zum Thema Polen wurden von der 9a Historiker befragt. Sehr eindrucksvoll war das vorgetragene Gedicht der 9i zum deutsch-französischen Verhältnis mit bildlicher Darstellung auf Plakaten sowie eine wissenschaftliche Chronologie zur Beziehung zu Belgien (9b).

In seinem Grußwort warb der Sprecher des VVN Aachen, Udo Beitzel, für ein gemeinsames Eintreten für Europa. Ein von ihm vorgetragenes Zitat von Peter Gingold aus dem Jahr 2000, heute wie damals aktuell, regte zum Nachdenken an: „Zu viel an Not und Tod, an KZ-Qualen, an Verwüstung und Vernichtung, an millionenfachem Mord hat der Faschismus gebracht, so dass es nichts Wichtigeres geben kann, als Aufstehen gegen jeder Erscheinung von Rassismus, Antisemitismus, Ausländerfeindlichkeit, Neofaschismus, Militarismus.“ 

(ro)
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