Erasmusprojekt : Die Lehrer und die Schüler freuen sich auf vier anderen europäischen Staaten, die sie während ihres Projektes treffen.

Dank eines EU-geförderten Projektes können die Schüler des Städtischen Gymnasiums ihre Kollegen aus vier europäischen Staaten treffen.

„Darauf habe ich gewartet. Ich reise gerne und möchte andere Sprachen sprechen. Jetzt habe ich dank dieses Projektes die Möglichkeit zu beidem.“ Jonas Kersting (13) ist einer von 20 Schülern des Städtischen Gymnasiums, die in den nächsten zwei Jahren zu Schulen nach Kroatien, Frankreich, Schweden und Italien reisen werden. Ermöglicht wird das durch das EU-geförderte Projekt „Digital Mapping of traditional Jobs in Europe“, bei dem rund 30.000 Euro nach Würselen fließen. „Wir sind das einzige Gymnasium im Nordkreis, das durch die Europäische Union mit dem Erasmus Plus Projekt gefördert wird“, freut sich Melinda Veggian, schulische Koordinatorin des Projekts.

In den nächsten zwei Jahren werden die Schüler des Gymnasiums mit ihren Mitschülern aus den Schulen der vier anderen europäischen Staaten auf den Spuren traditioneller Ausbildungsberufe sein. „Immer wieder berichten Medien über den akuten Fachkräftemangel in Deutschland und Europa sowie über die hohe Jugendarbeitslosigkeit. Umso wichtiger ist es, auch bei unseren Schülern das Interesse für das Thema Berufsausbildung zu stärken und zu verdeutlichen, dass auch eine Lehre nach dem Abitur eine sinnvolle Alternative oder Vorbereitung auf das Studium sein kann“, berichtet Melinda Veggian über die Idee des Projektes. Auch soll in diesem Zusammenhang darauf aufmerksam gemacht werden, dass sich viele traditionelle Berufe durch die zunehmende Digitalisierung neu ausrichten müssen, damit ihrer Existenz nicht bedroht ist.

Damit die Berufsfelderkundung für die Schüler nicht langweilig wird, soll die Beschreibung einzelner Berufe als digitale Schatzsuche gestaltet werden. „Gemeinsam mit den Projektpartnern erstellen wir für jedes Land über die Plattform geocaching.com europäische Berufswanderwege mit originellen Geocaches zu traditionellen Berufen“, erklärt Lehrer Stefan Flosbach.

In einem ersten Schritt werden die Würselner Schüler mit regionalen Betrieben in Kontakt treten, um Informationen zu traditionellen Berufen in der Region zu sammeln und thematisch zu den Berufen passende Geocaches zu erstellen und zu verstecken. Diese zu finden und darüber in die Welt der Berufe einzutauchen sowie das gesamte Thema in einem europäischen Kontext zu bewerten, ist dann nicht nur für die beteiligten Jugendlichen und die Schülergruppen der Partnerschulen eine spannende Herausforderung, sondern auch für die weltweite Geocaching-Community. “Das ist nicht nur für in Aachen und der Region ansässige Unternehmen, sondern auch für überregional agierende Betriebe attraktiv, weil sie durch einen Geocache im Rahmen dieses Projekts eine weltweite Werbung für ihr Unternehmen erreichen“, sagt Melinda Veggian.

Die 20 teilnehmenden Schüler des Gymnasiums wurden einzeln ausgewählt. Sie hatten sich im Vorfeld mit Motivationsschreiben in den Sprachen Deutsch und Englisch beworben. „Als ich von diesem Projekt gehört habe, dachte ich: Dabei lernst Du andere Länder kennen, andere Kulturen und verschiedene Berufsfelder, wirst beim Geocaching Spaß haben und noch was für die Zukunft mitnehmen“, beschreibt die Schülerin Ipek Tacir (13) ihre Beweggründe, Arbeit neben der Schule in ein zeitaufwendiges Projekt zu investieren.

Im November 2018 geht es mit einer Auftaktveranstaltung in Kroatien los. Da treffen sich am Projekt beteiligte Schüler der fünf Partnerländer und haben das eine Ziel im Blick: In zwei Jahren einen Bericht über ihre Arbeit in Form einer Charta dem Europäischen Parlament in Brüssel zu überreichen.

(ny)
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