1. Lokales
  2. Nordkreis
  3. Würselen

Asylbewerber in der Kaiserstraße: Ende einer Lösung auf Zeit

Asylbewerber in der Kaiserstraße : Ende einer Lösung auf Zeit

Die Häuser Kaiserstraße 114-118 weichen wahrscheinlich der Singer-Bebauung. Für die dort lebenden Asylbewerber ist das ein Problem.

Jeder von uns weiß, wie wichtig für ein gesichertes Leben eine Wohnung ist, in der man sich zu Hause fühlt. Diese Situation erleben auch heute noch viele geflüchtete Menschen  leider nicht, obwohl sie schon mehrere Jahre mitten unter uns leben. In dieser Zeit haben sie sich intensiv, auch mit großer Unterstützung des Förderkreises Asyl und des Sozialamtes der Stadt Würselen, um die Unterbringung in einer privaten Wohnung bemüht, meist ohne Erfolg, weil das Angebot an bezahlbarem Wohnraum auch in Würselen viel zu gering ist, besonders für alleinstehende junge Männer.

Abriss steht bevor

Vor einigen Jahren hat dann die Stadt von der Stadtentwicklungsgesellschaft Würselen die Häuser in der Kaiserstraße 114-118 angemietet, um dort Geflüchtete aus Gemeinschaftsunterkünften in Wohnungen mit eigener Küche und Bad unterzubringen, immer mehrere Personen in einer Wohnung. Schon damals war ihnen und auch dem Förderkreis bekannt, dass diese Unterbringung nur eine Lösung auf Zeit sein konnte, weil die drei Häuser bei der Bebauung des Singergeländes abgerissen werden sollten.

Privatsphäre und Identität

Allerdings haben sich die Bewohner und Bewohnerinnen in den letzten Jahren in ihren Wohnungen ein Stück Privatsphäre und damit auch ein Stück Identität aufgebaut, die jetzt verloren zu gehen droht, weil sie aktuell die Häuser verlassen müssen und wieder in Gemeinschaftsunterkünften der Stadt untergebracht werden, sofern sie nicht ganz schnell eine eigene Wohnung finden. Diese drohende Unterbringung in großen Gemeinschaftsunterkünften bedeutet für die Betroffenen einen schmerzhaften sozialen Rückschritt in ihrem Bemühen, sich in unsere Gemeinschaft zu integrieren, erklärt der Förderkreis.

Deshalb haben sich das Sozialamt und der Förderkreis Asyl in den vergangenen Monaten besonders intensiv um geeigneten Wohnraum bemüht, leider mit nur geringem Erfolg, sodass viele Geflüchtete dringend bezahlbaren Wohnraum in Würselen suchen. In dieser Situation ruft der Förderkreis Asyl die Wohnungseigentümer in Würselen inständig auf, vorhandenen Wohnraum zur Verfügung zu stellen, um die akut vom Auszug bedrohten Bewohner und Bewohnerinnen der Kaiserstraße 114-118, aber auch die zahlreichen alleinstehenden Bewohner aus den Gemeinschaftsunterkünften der Stadt so schnell wie möglich privat unterzubringen.

Bitte teilen Sie dem Förderkreis Asyl mit, wenn Sie eine Wohnung zur Vermietung anbieten können: info@asyl-in-wuerselen.de.