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Gäste in der Welt besucht: Ein letzter Abschied im Würselener Haus Brepols

Gäste in der Welt besucht : Ein letzter Abschied im Würselener Haus Brepols

28 Jahre haben Dietmar und Idalina Schulz das Haus Brepols in Würselen geführt, Ende Juni ist Schluss. Eine Geschichte über Verbundenheiten – besonders zu ihrem Vorgänger, dem stadtbekannten Josef Brepols, ihrem „Ziehvater“.

Seit Dietmar Schulz und seine Frau Idalina das Haus Brepols im Februar 1994 übernommen haben, gehört der Name Brepols irgendwie zur Familie. Ihr Vorgänger Josef Brepols sei seitdem „wie ein Ziehvater“, sagt Dietmar Schulz. Der fast 90-jährige komme noch immer zweimal die Woche zum Essen in das Hotel-Restaurant, freitags ist Apfelpfannekuchen-Tag. Die Eheleute kümmern sich auch privat um ihn. Diese vermeintliche Randgeschichte aus einem Berufsleben mit unzähligen Gästen, wenig Urlaub und kaum Schlaf ist den Schulzes wichtig zu erzählen – und sie sagt viel aus über die beiden Gastronomen.

Dietmar, 67, und Idalina Schulz, 70, haben in den vergangenen 28 Jahren in Würselen an der Aachener Straße mehr als Bier gezapft, Menüs zubereitet, Hotelzimmer und Seminarräume vermietet. Sie haben darüber hinaus Telefonnummern ausgetauscht, Adressen gesammelt und nennen etliche Stammgäste Freunde. Das hat ihnen Reisen ins Ausland beschert. Berufs- und Privatleben – sie wohnen auch über der Gaststätte – waren in vielen Momenten eins. Diese Erinnerungen kommen in diesen Tagen oft hoch, Menschen sagen Tschö und danke. Denn am Donnerstag, 30. Juni, gehen Idalina und Dietmar Schulz zum letzten Mal zur Arbeit.

53 Arbeitsjahre hat Dietmar Schulz dann hinter sich. Begonnen und aufgehört in der Gastronomie, mittendrin, 1979 bis 1991, hat er sich woanders ausprobiert. „Ach, ich habe viel gemacht. Ich war unter anderem Lkw-Fahrer und Reparaturschlosser“, erzählt er, bis seine Frau sagt, er solle nicht alles aufzählen – Geschichten haben die beiden für mehrere Bücher. „Das war die Zeit, als unsere Kinder geboren wurden, da hatten wir keine Zeit für die Gastronomie“, erklärt der 67-Jährige diese Phase. Die Tochter ist inzwischen 38, der Sohn 44.

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