Am Rande des Konzerts von Joe Jackson auf Burg Wilhelmstein

Angemerkt in eigener Sache : Eine Bitte um Platz für die Presse

Natürlich ist der Autor dieser Zeilen auch mal privat bei einer Kulturveranstaltung, um einfach nur zu genießen und nicht darüber zu berichten. Selbstverständlich besucht er solche Events auf eigene Kosten, so jetzt das Konzert von Joe Jackson auf der Freilichtbühne von Burg Wilhelmstein.

Dort musste er mit ansehen, wie ein Paar kurzerhand vom Veranstalter aus guten Gründen für die arbeitende Presse reservierte und deutlich ausgewiesene Plätze okkupierte, obwohl im Umfeld noch Sitzplätze frei waren. Darauf angesprochen, bemerkte die Dame des Duos spitz, sie arbeite für ein digitales Medium. Der Bitte, sich auszuweisen oder das Medium zu nennen, auf dass man später ihren sicherlich interessanten Beitrag übers Konzert lesen könne, kam sie leider nicht nach. Das habe sie nicht nötig, betonte sie. Ob sie mit ihrer Antwort das Schreiben oder Ausweisen meinte, ließ sie offen.

Zum Glück konnte der Restplatz für den kurz darauf eintreffenden Berichterstatter der Lokalredaktion gegenüber anderen Begehrenden höflich argumentierend verteidigt werden, die sofort einsahen, dass für Arbeitende Platz bleiben muss. Die meisten Leute wissen selbstverständlich, dass Journalisten und Fotografen meist mehrere Termine hintereinander haben. Diese kommen deshalb auf den letzten Drücker, benötigen aber Platz, um Ausrüstung unterzubringen und sich in Ruhe Notizen zu machen. Im Stehen ist das unzumutbar mühevoll.

Besagte digitale Dame kam an dem Abend übrigens ohne Notizen aus. Technische Ausrüstung war nicht zu entdecken. Hierzu muss eingeräumt werden, dass es hochbegabte Kollegen gibt, die in der Lage sind, aus der bloßen Erinnerung heraus brillante Kritiken zu schreiben bzw. zu bloggen. Obgleich der hier Schreibende und sein über das Konzert berichtender Kollege jeweils ein Instrument spielen und sich deshalb vielleicht eher als andere ein Urteil über Musik erlauben können, kommen sie ohne Notizen nicht aus. Im prall auf fremden Platz sitzenden Fall besagter Dame nebst Begleitung drängte sich ein anderer Eindruck auf. Da lautete wohl eher der Anspruch: Der beste Sitzplatz ist meiner. Allerdings stand auf den Eintrittskarten, dass es bei Jacksons „keine Sitzplatzgarantie“ gab. Nun denn.

So sei an dieser Stelle herzlich darum gebeten, Verständnis für Presse-Platzreservierungen aufzubringen. Nicht alle, die Joe Jackson erleben wollten, hatten Zeit oder konnten noch eine Eintrittskarte ergattern, wollen aber wissen, wie es war. Und erfahrungsgemäß sind selbst Augen- und Ohrenzeugen an einem Nachbericht interessiert. Denn gedruckt oder online lesen viele Leute gerne, wie andere das fanden, was man selbst erlebt hat. Ich fand das Konzert absolut super!!

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