Würselen: Zwei Velocity-Standorte mit je zehn Pedelecs geplant

E-Mobilität fördern : Netz der Verleihstationen soll immer dichter werden

Nach Herzogenrath, Alsdorf und Baesweiler nun auch Würselen. Dort sind zwei Velocity-Standorte mit je zehn Pedelecs geplant. Ergänzt durch Ladestationen für Elektrofahrzeuge.

Das Netz soll immer größer werden, nur dann wird das Konzept so richtig attraktiv für die Nutzer in der ganzen Städteregion: Gleich zwei Velocity-Standorte sollen in Würselen eingerichtet werden, im Zuge des Projekts #AachenMoove! – Kommunaler Klimaschutz in der Städteregion, das federführend von der Stadt Aachen bearbeitet wird. #AachenMoove! war ein erfolgreicher Beitrag des Wettbewerbs KommunalerKlimaschutz.NRW, der mit Landes- und EU-Mitteln auch im Umland Aachens Mobilitätskonzepte zur Verringerung von Emissionen wie Treibhausgase und Stickoxide umsetzen will.

Zum Konzept gehören Verleihstationen für E-Bikes, wie sie das Unternehmen Velocity in Aachen bereits sehr erfolgreich anbietet. Und das ursprünglich mal entstanden sei, weil Studenten nicht mehr verschwitzt in die Vorlesungen kommen wollten, wie Velocity-Mitarbeiter Florian Zintzen schon im April im Herzogenrather Bau- und Verkehrsausschuss berichtete. 20 Velocity-Stationen gab es da in Aachen bereits, dazu eine in Kerkrade. In Aachen, mittlerweile ist die Zahl der Stationen gewachsen, wird Velocity besonders im studentischen Umfeld rege genutzt, wie man den Stationsinfos im Internet entnehmen kann. Je mehr Andockstellen auch im Umfeld des Oberzentrums dazu kommen, umso besser. Denn das Konzept lebt von der Dichte des Netzes. Über 600 aktive Nutzer gibt es in Aachen, registriert seien viel mehr, wie Zintzen in der Rodastadt darlegte. Und: Die Klientel habe sich mittlerweile bereits gewandelt, längst seien auch viele ältere Menschen bei den Nutzern.

An die Knotenpunkte

Zwei „Mobilitätsstationen“ sind in Würselen geplant, davon eine am Markt: Denn im Bereich des Marktes verlaufen die Regionalbuslinie 21 (Aachen-Herzogenrath) und die Stadtbuslinie WÜ1 (Herzogenrath-Kohlscheid – Würselen-Euchen) sowie der regionale Bahntrassenradweg Aachen-Jülich. An der Einmündung der Friedrichstraße in den Markt ist die Einrichtung eines Standortes mit zehn Leih-Pedelecs vorgesehen, wie die Verwaltung darlegt.

Die Velocity-Räder können an einem Standort ausgeliehen und an jeder anderen Station, vor allem in der Stadt Aachen, wieder abgegeben werden. In rund 300 Meter Entfernung, so der zusätzliche Hinweis der Verwaltung, befindet sich in Würselen hinter dem Alten Rathaus an der Kaiserstraße der Carsharing-Standort von Cambio.

Den zweiten Standort mit zehn E-Bikes zum Ausleihen sieht die Verwaltung im Bereich der Kreuzung „Parkhotel“ vor. Denn hier ist der zentrale ÖPNV-Umsteigepunkt in Würselen - mit Haltestellen der Regionallinien 21 (Aachen-Herzogenrath), 51 (Aachen – Alsdorf-Baesweiler) und 151 (Schnellbus Aachen-Baesweiler) sowie der Stadtbuslinie WÜ1 (Herzogenrath/Kohlscheid – Würselen-Euchen). An der Haltestelle Aachener Straße halten alle oben angegebenen Linien, so dass die Installation eines elektronischen Fahrgastinformationssystems (DFI) hier sinnvoll sei. Und nicht an den anderen beiden Haltestellen, an denen nur jeweils zwei dieser Linien halten. An der Ecke Krefelder Straße/Kaiserstraße soll der Velocity-Standort mit zehn Leih-Pedelecs eingerichtet werden. Zusätzlich zu dem bereits vorhandenen soll ein neuer überdachter Fahrradunterstand für zehn Räder errichtet werden. So soll der Umstieg vom ÖPNV auf das Pedelec-Leih-Angebot sowie vom Fahrrad auf ÖPNV gefördert werden.

Die geplanten Maßnahmen werden im Projekt #AachenMoove! zu 80 Prozent gefördert. Der Förderantrag wird durch die Stadt Aachen gestellt. Bau, Einrichtung und Betrieb der Mobilitätsstationen mit Leih-Pedelecs werden von Velocity übernommen. Velocity erhält die 80-prozentige Förderung, benötigt jedoch eine Kostenerstattung des 20-prozentigen Eigenanteils. Hierfür ist vorgesehen, dass die Stadt ein Nutzungskontingent in Höhe des Eigenanteils für die Nutzung der Velocity-Räder erwirbt. Dieses Kontingent kann von städtischen Mitarbeitern für Dienstfahrten genutzt werden, es kann aber auch an interessierte Bürgerinnen und Bürger weitergegeben werden. Insgesamt  47.100 Euro beträgt der von der Stadt Würselen aufzubringende Eigenanteil, der bei den Haushaltsberatungen für 2019 einzuplanen ist. Der Würselener Umwelt- und Stadtentwicklungsausschusses wird in seiner Sitzung am Donnerstag, 13. Dezember, Beginn 17.30 Uhr, Sitzungssaal I im Rathaus, darüber beraten.

Zusätzlich sollen an den beiden Mobilitätsstationen in Würselen Ladesäulen für Elektrofahrzeuge installiert werden. Dies, so die Verwaltung, erfolge außerhalb des Projekts #AachenMoove! und werde über die Städteregion Aachen gefördert und von der EWV in Zusammenarbeit mit Enwor realisiert.

(bea)
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