Würselen: Würselen will Kulturstiftung erhalten

Würselen : Würselen will Kulturstiftung erhalten

Er dürfte wohl nach Stand der Dinge der einzige des noch bis Ende August amtierenden Vorstands der Kulturstiftung Würselen sein, der auch dem folgenden Vorstand — sollten genügend Freiwillige gefunden werden — angehört: Roger Nießen, der unter anderem für Kultur zuständige Beigeordnete der Stadt Würselen.

Nießen bedauert auf Nachfrage unserer Zeitung, erst am Tag der entscheidenden Vorstandssitzung der Kulturstiftung erfahren zu haben, dass die bisherige Mannschaft mit Auslaufen der Wahlzeit Ende August nicht mehr weitermachen will. „Die Verantwortlichen haben über Jahre Hervorragendes geleistet und die im Dornröschenschlaf liegende Kulturstiftung zu einer sehr wichtigen und erfolgreichen Einrichtung der Stadt gemacht.“

Er habe großes Interesse daran, dass an diese erfolgreiche Arbeit angeknüpft werde. Er wolle nun mit dem aktuellen Vorstand intensive Gespräche führen. Ziel sei, einen „professionellen, gut strukturieren und engagierten Vorstand“ zusammenzustellen, über den dann der Stadtrat entscheide. Nießen hofft, möglichst viele der bewährten Kräfte zum Weitermachen bewegen zu können.

„Hervorragende Arbeit geleistet“

CDU-Fraktionsvorsitzender Karl-Jürgen Schmitz habe zwar gewusst, dass Verantwortliche der Kulturstiftung enttäuscht seien, „dass aber der Frust beim Vorsitzenden Achim Großmann so tief sitzt“, sei ihm nicht bekannt gewesen. „Ich war überrascht, dass die Verantwortlichen alles hingeschmissen haben.“ Gleichwohl hofft Schmitz, dass der Gesprächsfaden zu den Verantwortlichen nicht gänzlich abgerissen ist.

Die Mitglieder der Gremien — stellvertretend nannte Schmitz neben Vorsitzenden Großmann dessen Stellvertreter Herbert Krauthausen sowie Kuratoriumsvorsitzenden Dr. Erwin Schulz — hätten „ganz hervorragende Arbeit geleistet“. Dafür könne man nur dankbar sein.

„Die Kritik am Stadtrat ist teilweise berechtigt“, räumte Schmitz ein. Aus Sicht der CDU sei das Vorhaben, ein nicht mehr genutztes großes Ladenlokal am Morlaixplatz für Stiftungszwecke zu nutzen, grundsätzlich richtig gewesen. Allerdings sei nicht das Projekt, sondern dessen Finanzierung das Problem gewesen. Angesichts der für die Stadt sehr wichtigen Großprojekte wie Neubau der Gesamtschule und Umsetzung des Sportstättenkonzepts fehle schlichtweg das Geld für Ankauf und vor allem für den aufwendigen Umbau des Ladenlokals. Das habe er Großmann auch nach der entscheidenden Sitzung gesagt.

Nun wolle Schmitz nochmals das Gespräch mit ihm suchen, um alternativen auszuloten. Vielleicht sei es möglich, doch noch Geld „zusammenzukratzen“, um zumindest Teile des Konzepts der Kulturstiftung an anderer Stelle durch entsprechende Umbauten zu realisieren.

SPD-Fraktionsvorsitzender Christoph Küppers hat die Entscheidung des Vorstands und des Kuratoriums „mit größtem Bedauern zur Kenntnis genommen“. Menschlich könne er das gut verstehen, wenn Projekte, für die viel Ideen und Zeit investiert worden seien, so nicht umgesetzt werden können.

Anders als es die Mitteilung der Kulturstiftung vermuten lasse, habe sich der Stadtrat allerdings sehr wohl intensiv mit den Vorschlägen beschäftigt und sich für die intensive Debatte über ein halbes Jahr Zeit genommen. Dabei seien die Intentionen der Stiftung zweimal in der Fraktion vorgestellt worden, neben weiteren persönlichen Gesprächen.

Leider hätten finanzielle und privatrechtliche Gründe dagegen gesprochen, einen Jugendtreff in dem ehemaligen Ladenlokal einzurichten. Zudem wären dem Kulturzentrum Altes Rathaus bei Umsetzung des Stiftungskonzepts wesentliche Nutzungen verloren gegangen. Dabei sei es erklärtes Ziel der Stadt, gerade nach der geplanten Sanierung das Alte Rathaus als Begegnungsstätte für die Bürgerschaft zu erhalten. Auch Küppers würdigte die Arbeit der bislang Verantwortlichen der Kulturstiftung.

Und wie soll es weitergehen? Küppers: „Wir verfügen in Würselen über ein reichhaltiges Kulturleben mit vielen Akteuren.“ Es sei nun Aufgabe von Stadtrat und Verwaltung, dafür zu sorgen, dass keine Lücke entstehe und die Arbeit der Kulturstiftung Würselen nicht infrage gestellt werde.