Würselen: Noch keine Fortschritte in Sachen Bandenwerbung

Würselener Sportstätten : Noch keine Fortschritte in Sachen Bandenwerbung

Die Wellen schlugen hoch, als der VfR Würselen Sponsorenwerbung am Vereinsheim am Rand der Spielstätte Drischfeld anbrachte und dort von „Screwfix-Arena“ zu lesen war. Rund ein Jahr später hat der Stadtrat immer noch keine neuen Kriterien für Werbung in städtischen Sportstätten aufgestellt.

Über die augenscheinliche „Umbenennung“ der kommunalen Einrichtung und vermeintliche Wettbewerbsverzerrung bei den Werbeeinnahmen gegenüber anderen Fußball spielenden Vereinen gerieten der Stadtsportverbandsvorsitzende Günter Kuckelkorn auf der einen und VfR-Vorsitzender Markus Carduck sowie sein Vater und Ehrenvorsitzender Hans Carduck auf der anderen Seite aneinander. Letztlich verfügte die Stadt die Entfernung des Werbeschilds von dem Gebäude. Nur die Stadt bzw. der Stadtrat hätten das Recht, einen Namen zu beschließen oder zu ändern.

Aber der Konflikt blieb nicht ohne Eindruck. Seitens Bürgermeister Arno Nelles (SPD) und dem zuständigen Beigeordneten Roger Nießen hieß es, man wolle generell mit Vereinen und Stadtsportverband Gespräche über Werbung in Sportstätten führen, um Irritationen und Konflikte künftig möglichst auszuschließen. Sicherlich ein löbliches Vorhaben, die Lösung des Problems zur Chefsache zu machen. So war der Stand im Mai 2018.

Da sollte sich doch mittlerweile etwas getan haben, liegt die Geschichte doch nun ein Jahr zurück, sollte man meinen. Eine Nachfrage bei der Stadt erbrachte aber eine ernüchternde Antwort: Geschehen ist praktisch nichts. Kriterien für Werbung in städtischen Sportstätten wurden nicht (neu) aufgestellt.

Nach einem Jahr „in Kürze“

So kann man die verklausulierte Stellungnahme der Stadtverwaltung übersetzen, die da lautet: „In der damaligen Besprechung zwischen Stadtsportverband, der Stadt Würselen und dem VfR Würselen waren sich die Beteiligten einig, dass das Thema bzw. die Regelungen zur (Banden-)werbung auf städtischen Sportstätten einschließlich der werblichen Nutzung eines Sportstättennamens in einem gemeinsamen Arbeitskreis auf neue Beine gestellt werden muss (schönes Bild: „laufende“ Werbung, d. Red.). Aus der fernen Vergangenheit gibt es lediglich einen Ratsbeschluss zum Thema Bandenwerbung. Im Übrigen gibt es zum Thema Werbung auf städtischen Sportstätten und insbesondere zur werblichen Nutzung eines ‚Sportstättennamens‘ keinerlei (beschlossene) Regelungen. Es müssen daher neue Regelungen geschaffen werden, die gegebenenfalls dann auch vom Rat beschlossen werden müssen. Hierzu hat die Verwaltung zuletzt noch mit dem Vorstand des Stadtsportverbandes abgesprochen, dass der entsprechende Arbeitskreis in Kürze einberufen werden soll.“

Ob sich auf Grund der Nachfrage nun etwas tut? Die Formulierung „in Kürze“ lässt erfahrungsgemäß auf eine weitere Verzögerung schließen, praktisch die rheinische Übersetzung von „mañana“, was bekanntlich morgen heißt, aber eher „morgen ist auch noch ein Tag“ im Sinn hat. Und so weiter...?

Mehr von Aachener Nachrichten