Würselen: Grünes Licht für Antrag zur Aufstockung von Gebäuden

Aufstockung von Gebäuden : Würselens Grüne überzeugen andere Fraktionen – ein bisschen

Die Grünen haben den Ausschuss für Bauen und Stadtentwicklung mit ihrem Antrag zum „kostengünstigen Wohnungsbau ohne Flächenverbrauch“ überzeugen können. Die übrigen Fraktionen zerfledderten den Antrag zwar auch in seiner zweiten, schon deutlich abgespeckten Version noch ein wenig, konnten sich aber schließlich im Wesentlichen auf drei von den Grünen vorgeschlagene Maßnahmen einigen (lediglich die FDP stimmte nur Punkt drei zu).

Bestandsgebäude aufstocken

Wie mehrfach berichtet, wollten die Grünen erreichen, dass in Würselen Bestandsgebäude aufgestockt werden und die Stadt so mehr in die Höhe wächst und nicht nur in die Breite. Pate für die Idee stehen (stets von der Wirtschaft in Auftrag gegebene) wissenschaftliche Studien, die bundesweit ein Potenzial neuer Wohnungen im niedrigen Millionenbereich bescheinigen, und Großprojekte in den Metropolen, wo beispielsweise bauliche Ensembles aus Supermärkten und vielgeschossigem Wohnungsbau geschaffen werden.

„Nicht Aufgabe der Verwaltung“

Ihren ersten Antrag hatten die Grünen noch selbst zurückgezogen, weil sich abzeichnete, dass keine Mehrheit zu erzielen sein würde. Auch die zweite Version ging den übrigen Fraktionen noch zu weit. Der Hauptkritikpunkt bestand nunmehr darin, dass der Antrag vorsah, eventuell auch private Eigentümer in der Sache zu beraten. „Es ist nicht Aufgabe der Verwaltung, Privaten zu zeigen, wie sie ihr Eigentum nutzen können“, fand Stefan Mix (SPD). Der Passus wurde dann gestrichen und der Antrag schließlich angenommen. Die Verwaltung wird nun erstens eine Liste mit „größeren Gebäuden mit Flachdächern“ erstellen, zweitens bei der Aufstellung neuer Bebauungspläne prüfen, ob Wohnungen als Überbau anderweitig genutzter Gebäuden machbar sind, und ebendas, drittens, auch beim Umbau oder Neubau von städtischen Gebäuden prüfen.

Wie groß die Wirkung ist, die sich nunmehr erzielen lässt, muss sich zeigen. Aus Reihen der SPD wurde, der eigenen Zustimmung zum Trotz, deutlich gemacht, dass die Skepsis sehr ausgeprägt ist. „Ich verstehe Ihren Antrag und finde ihn auch richtig“, erklärte Fraktionsvorsitzender Christoph Küppers. „Dieses Flachdachthema ist aber etwas für die Großstadt.“

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