Würselen gegen den Eichenprozessionsspinner

Schädlingsbekämpfung : Würselen gegen den Eichenprozessionsspinner

Es sind gute Zeiten für den Eichenprozessionsspinner. Seine Raupen schätzen die aktuell herrschende Hitze, und die kam genau zum richtigen Zeitpunkt, damit er sich ordentlich verbreitet.

Viele Kommunen der Städteregion bekommen das aktuell zu spüren, besonders die Stadt Würselen muss sich mit dem Eichenprozessionsspinner auseinandersetzen – oder hat zumindest am offensivsten über das Thema informiert. Sehr bald werden sie enden, die guten Zeiten. Und zwar auch längerfristig, doch dazu später mehr.

Am Donnerstag wird ein Schädlingsbekämpfer damit beginnen, den Raupen des nachaktiven Schmetterlings zu Leibe rücken. Der Retter in der Not wird sich, was die Reihenfolge betrifft, an eine Prioritätenliste halten, die von der Verwaltung erstellt worden ist. Los geht es im Höfeviertel, als nächstes ist der Euregioradweg dran, dann geht es in den Stadtgarten. Alles in allem sind im Stadtgebiet bislang 38 „Einsatzstellen“ identifiziert worden, wobei jeder befallene Baum einzeln gezählt wurde.

Wann genau welche befallene Eiche befreit wird, lässt sich nicht genau vorhersagen. Eine gewisse Unruhe ist daher auch bei Sparta Würselen entstanden. Im Bereich der Sportanlage Birkenstraße ist der Eichenprozessionsspinner entdeckt worden, was sich denkbar schlecht mit einem Fest vertragen könnte, das dort übernächstes Wochenende stattfinden soll. Stadtsprecher Bernd Schaffrath verspricht aber, dass der Schädlingsbekämpfer in jedem Fall rechtzeitig dorthin gelotst werden wird.

Die Raupe des Eichenprozessionsspinners verfügt über Brennhaare, die dem Menschen empfindlich schaden können. Sie sorgen für allergische Reaktionen der Haut und Reizungen der Atemwege. Das erklärt, wieso die Verwaltung in den vergangenen beiden Wochen lieber auf Nummer sicher ging und beispielsweise Friedhöfe und Spielplätze sperrte.

Kleines Tier, große Aufregung

Der Eichenprozessionsspinner hat ein Quantum an Aufregung verursacht, dass man ihm angesichts seiner geringen Größe kaum zutrauen mag. Doch in Würselen könnte er es dieses Jahr doller getrieben haben als ihm gut tut.

Der Erste und Technische Beigeordnete Till von Hoegen kündigte am Dienstagabend im Ausschuss für Technik und Bauen an, dass die Verwaltung besser gerüstet ins kommende Jahr gehen wolle. Die „Jungs von der KDW“, der Kommunalen Dienstleistungsbetriebe, sollten bis dahin eine Schulung besuchen, die sie dazu befähigt, die Raupen selbstständig zu liquidieren. Denn dann muss nicht mehr gewartet werden, bis ein Schädlingsbekämpfer Zeit hat. Der wesentliche Schritt ist eher simpel, er besteht im Einsatz eines Spezialsaugers. Man kennt das so ähnlich aus Ghostbusters.

Eleganter ist der Weg, den man schon vor einigen Jahren ein paar Kilometer nördlich gewählt hat: in Baesweiler. Jeden Mai werden die Eichen im Stadtgebiet mit einem Bazillus versetzt, den die Raupen dann später zusammen mit ihrer Nahrung aufnehmen. Bevor sie zum Problem werden können, sind sie auch schon tot.

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