1. Lokales
  2. Nordkreis

Kirche zum Tag es offenen Denkmals: „Würdevolles Haus für das Brot des Lebens“

Kirche zum Tag es offenen Denkmals : „Würdevolles Haus für das Brot des Lebens“

Dass eine Kirche auch ein Schatzhaus ist — das machte die Eröffnungsveranstaltung zum „Tag des offenen Denkmals“ im Würselener Gotteshaus St. Sebastian deutlich. Goldschmiedin Monika Bergrath stellte ihren Zuhörern die 1667 von dem Kölner Goldschmied Nikolaus Kaff geschaffene Monstranz vor. Für eine würdige musikalische Umrahmung sorgte Ulrike Botzet an der Orgel.

<

p class="text">

Doch noch vor der Handwerkerin und bildenden Künstlerin, die aus Würselen stammt und noch immer in der Düvelstadt wohnt, ergriff Pfarrer Rainer Gattys das Wort. Herzlich dankte er den Gestaltern vom Geschichtskreis der Pfarre, „der immer wieder etwas aus der Geschichte hervorholt und uns überrascht“. Überaus farbig und kurzweilig gestaltete Monika Bergrath ihren Vortrag. Da fehlte nicht das historische Drumherum der Entstehungszeit nach dem Dreißigjährigen Krieg und auch nicht der ironische Blick auf das Handwerker-Dasein im Köln von 1667: „Die Regeln wurden schon damals relativ geschmeidig ausgelegt.“Vor allem aber gab es eine fach- und sachkundige Einordnung der Würselener Monstranz aus der Werkstatt am Rhein. Seien Schaugefäße für die Hostie dieser Art ehedem noch „aufgewertete Reliquienbehälter“ gewesen, mit der Knochen oder andere Zeugnisses des Lebens Christi oder der Heiligen den Gläubigen zur Verehrung gezeigt wurden und werden, befand die Fachfrau, so sei das Werk von Meister Kaff „ein würdevolles Haus für das Brot des Lebens“. Mit der Gestaltung des Kunstwerks sei der Goldschmied seiner Zeit voraus gewesen: „Damit besitzt die Pfarre ein Werk des Frühbarock.“

(ch)