Würselen: Workshop in Linden-Neusen: Jugendliche mit guten Ideen für ihr Dorf

Würselen : Workshop in Linden-Neusen: Jugendliche mit guten Ideen für ihr Dorf

Sie schätzen den Zusammenhalt der Menschen in ihrem Dorf, lieben die Tradition des Jungenspiels und mögen ihren lustigen Friseur, der eine echte lokale Institution ist. Sie finden gut, dass hier Jung und Alt zusammen etwas auf die Beine stellen — und wollen mehr davon. 25 Jugendliche aus dem Würselener Ortsteil Linden-Neusen (rund 2000 Einwohner) haben jetzt an einem Jugendworkshop teilgenommen.

Geplant und moderiert wurde die Veranstaltung von Vera Kaim und Pia Kraushaar, die ihr Freiwilliges Soziales Jahr in der Koordinationsstelle Jugendpartizipation (JUPA) im Bildungsbüro machen. Konkret ging es darum, wie sie ihr Dorf gestalten und wo sie sich einbringen wollen.

Nachdem Roger Nießen, Beigeordneter der Stadt Würselen, sie begrüßt und ermutigt hatte, bei der Gestaltung ihres Dorfes mitzuwirken, diskutierten sie Fragen wie: Was wünscht ihr euch für Euer Dorf? Welche Themen sind euch wichtig? Was würdet ihr gerne verändern? Heraus kam, dass sich die Jugendlichen viel vorstellen können: den Jugendraum verschönern, graue Stromkästen anmalen oder Grillabende für das Dorf organisieren, Bienenstöcke aufstellen oder ein Festival ins Leben rufen. Die Auswertung am Ende zeigte: Am wichtigsten ist den jungen Linden-Neusenern ein Ort, wo alle Menschen im Dorf zusammenkommen können.

Die Resonanz auf den Workshop war positiv: „Ich finde es gut, dass wir gefragt werden“, sagt der 21-jährige Kevin. „Wir unternehmen zwar viel zusammen, haben uns aber noch nie so gezielt darüber ausgetauscht, was wir eigentlich verändern wollen. Bei uns im Ort ist viel im Wandel — das ist eine gute Gelegenheit für uns, uns einzubringen.“

Gezielt auf Jugendliche zuzugehen, zu hören, was sie zu sagen haben und sie zur Mitarbeit in der Projektgruppe einzuladen, war die Idee von Nils Lenzen und Bernd Görgens. Beide sind in der örtlichen Projektgruppe „Unser Dorf Linden-Neusen“ aktiv, die es seit 2010 gibt und seitdem schon zahlreiche Projekte für den Ort umgesetzt hat. „Wir wollen für Menschen in jedem Alter etwas auf die Beine stellen — dafür brauchen wir Ideen und engagierte Menschen aus jeder Altersgruppe“, erklärt Lenzen. Die Anregungen aus dem Jugendworkshop nehmen sie mit zu den nächsten Treffen der Arbeitsgruppe. „Wir hoffen, dass einige von den Jugendlichen, die heute hier waren, sich jetzt verstärkt einbringen wollen“, so Lenzen.

Verantwortung übertragen

Der Anstoß, sich gezielt mit dem Prozess der Dorfentwicklung sowie den dazugehörigen Themen zu beschäftigen, kam über das städteregionale Projekt „Unser Dorf hat Zukunft“ und den gleichnamigen Wettbewerb, an dem Linden-Neusen auch 2017 wieder teilgenommen hat. Im Fokus des Wettbewerbs steht das Engagement der Dorfgemeinschaften, sich zukunftsorientiert mit Fragestellungen und Herausforderungen für den ländlichen Raum zu beschäftigen. Eine besondere Rolle spielt in diesem Kontext die Zielgruppe der Jugendlichen, die es gilt, frühzeitig in die Entwicklungen im Ort einzubinden und ihnen Verantwortung für die Gestaltung ihres Lebensumfeldes zu übertragen.

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