Alsdorf: Wolfgang Bosbach als prominenter Wahlhelfer in Alsdorf

Alsdorf: Wolfgang Bosbach als prominenter Wahlhelfer in Alsdorf

„Seht Ihr, kaum bin ich in Alsdorf, da läuten schon die Glocken“, stellte sich Wolfgang Bosbach den etwa 150 Besuchern, die dem prominenten Redner mit Lachsalven antworteten. Tatsächlich lieferte die Kellersberger Herz-Jesu-Kirche die Untermalung beim Eintreffen des sprachgewaltigen Rheinländers.

Der war so gut gelaunt, dass er einen Wurst speisenden Gast direkt fragte, ob er auch nach dem 22. September noch ein Leckerchen dieser Art genießen möchte? „Dann sollten Sie das Kreuz bei der CDU machen!“ riet Bosbach, der an diesem Abend seinem Freund Helmut Brandt als kompetenter Wahlhelfer diente.

„Die CDU hat eine sehr gute Bilanz und die besseren Argumente“, hatte Brandt, Bundestagsabgeordneter für die Städteregion, in der See-Gastronomie zuvor die heiße Wahlkampfphase eingeläutet. Populär wurde Brandts Gast Bosbach zuletzt durch Auftritte bei TV-Talkshowrunden. Er ist Stammgast bei Günther Jauch. Denn der Abgeordnete des Rheinisch-Bergischen Kreises gehört zum Politikerschlag, der pointiert und eigenwillig seine Meinung vertritt, etwa zur Euro-Krise und zum Syrien-Konflikt. So ist sein Terminkalender randvoll mit Anfragen aus der ganzen Republik.

„Ich kann leider nicht alle Terminwünsche erfüllen, aber hier hatte ich von Anfang an zugesagt“, erzählte Bosbach, „seit Jahren arbeiten Helmut und ich gemeinsam im Innen- und im Rechtausschuss. Ich kenne seine politische Arbeit sehr gut, und — viel wichtiger — wir beide sind Freunde.“ Die Wertschätzung gab Brandt gerne zurück: „Ich habe Wolfgang eingeladen, weil er ein Klartext-Redner ist. Er lässt sich nicht verbiegen und hat das große Talent, selbst sehr schwierige Themen unterhaltsam und verständlich rüberzubringen.“ Wahrscheinlich sei dies, meinte er augenzwinkernd, „typisch rheinländisch“. Brandt wurde wieder ernst, als er eindringlich vor zu viel Siegesgewissheit warnte: „Wir als CDU sollen selbstbewusst auftreten. Wir dürfen uns aber nicht in falscher Sicherheit wiegen. Wer will, dass Angela Merkel Kanzlerin bleibt, wer nicht will, dass ein ,Kanzler Gabriel‘ mit Hilfe der Linkspartei unser Land regiert, der muss mit beiden Stimmen CDU wählen“.

Wolfgang Bosbach pflichtete bei. Es sei viel zu früh, bereits jetzt von einem sicheren CDU-Wahlsieg auszugehen: „Bis zum Endergebnis am 22. September bleibt es spannend. Wir kämpfen nicht gegen Rot-Grün, sondern gegen Rot-Rot-Grün!“ Dann spannte er den großen Bogen von der Bildungs- bis zur Rentenpolitik: „Für mich beginnt der Mensch erst nicht beim Akademiker.“ Bosbach warf Rot-Grün vor, zu wenig Verständnis für die berufliche Ausbildung zu haben: „Die Regierung gibt 80 Prozent mehr aus für Bildung als die rot-grüne Regierung davor.“ Mit rheinischer Schlitzohrigkeit brachte Bosbach seine Rede auf den Punkt: „Gehen Sie zur Wahl. Und machen Sie in der Kabine keinen Fehler.“

(mas)
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